1,2 Millionen Jobs könnten einer Studie zufolge durch Internet-Piraterie verloren gehen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist vermutlich kein Zufall.

Die Zahlen der Studie klingen erschreckend: 240 Milliarden Euro könnten illegale Downloads die europäischen Länder bis 2015 kosten, auf den Arbeitsmarkt sind drastische Auswirkungen zu befürchten: 1,2 Millionen Jobs können verloren gehen, 250.000 davon allein in Großbritannien.

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Eine neue Studie nimmt den Schaden durch illegale Downloads unter die Lupe (© Foto: iStock)

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Der Report, den das Unternehmen TERA Consultants im Auftrag der Internationalen Handelskammer angefertigt hat, basiert auf Zahlen der EU-Mitgliedsstaaten, der World Intellectual Property Organization (WIPO) und Eurostat - allerdings gehen die Autoren von der extremsten Entwicklung aus: Demnach müssten in diesem Fall illegale Downloads sowohl durch den allgemeinen Trend, als auch durch den Ausbau des Breitbandnetzes stetig zunehmen.

Die Ergebnisse der Studie, die von verschiedenen Gewerkschaften unterstützt wurde, ist Wasser auf die Mühlen von Vertretern der Musik- und Filmbranche: "Die Europäische Union sollte vorangehen und die Lücken in den Gesetzen schließen", erklärte Agnete Haaland, Präsidentin der Internationalen Schauspielervereinigung, bei der Vorstellung der Studie.

Internetprovider für Verstöße haftbar

Haaland appelliert nicht zufällig an die EU: In den vergangenen Monaten haben Musik- und Filmindustrie den Druck auf Brüssel erhöht, schärfere Maßnahmen gegen Filesharer zu ergreifen.

Unter anderem drängen die Vertreter auf eine Richtlinie, die künftig Internetprovider für Urheberrechtsverstöße ihrer Nutzer haftbar macht und sie dazu verpflichtet, illegale Filesharer nach zwei Warnungen mit der Drosselung der Anschlussgeschwindigkeit oder dem Entzug des Internetanschlusses zu bestrafen.

Während auf EU-Ebene noch Widerstand gegen solche Regeln herrscht, hat Frankreich ein entsprechendes Gesetz bereits eingeführt. Vor wenigen Tagen hat auch das britische Oberhaus eine solche Regelung verabschiedet, noch vor den Wahlen soll das Gesetz das Unterhaus passieren. Die Bürgerrechtsorganisation Open Rights Group (ORG) hatte jüngst enthüllt, dass verschiedene Änderungsanträge zu dem Gesetz direkt aus der Feder der Musikindustrie stammten. ORG-Vertreter Jim Killock kritisierte die Studie im Gespräch mit der BBC als "Unternehmenspropaganda".

Dem Report zufolge leidet auch Deutschland stark unter den Folgen der Internetpiraterie: Das Land habe durch Raubkopien im Jahr 2008 etwa 450 Millionen Euro verloren, so die Schätzung.

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(sueddeutsche.de/joku/beu)