Internet und Fernsehen sind schon seit einiger Zeit nicht mehr völlig voneinander getrennt. Schon seit längerem strömen Bewegtbilder über das Internet auf den Computerbildschirm. Dazu gehören Inhalte, die lange nur über das Fernsehen verbreitet wurden, wie beim kostenlosen Web-TV-Portal Zattoo. 1,5 Millionen Menschen zappen dort regelmäßig durch die etwa 60 Sender - von ARD bis Sport 1 oder auch Red Bull TV. Auch in den Online-Mediatheken von ZDF, RTL und Pro Sieben oder bei MSN-Movies und kino.to können Internetnutzer kostenlos bewegte Bilder anschauen. Sehr erfolgreich waren in diesem Jahr zudem die Internet-Übertragungen zur Fußball-WM.
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Neue Entwicklungen gibt es auch bei den Übertragungswegen: ein vierter Weg neben Kabel, Antenne und Satellit ist nun IPTV. Das klassische Fernsehen kommt hierbei über breitbandige Datennetze auf die TV-Bildschirme. Die Deutsche Telekom hat hierfür bereits 1,3 Millionen Kunden, auch die Hansenet-Tochter Alice und Vodafone bieten das in Deutschland an. "IPTV-Angebote können heute bereits eine Qualität liefern, die den klassischen Übertragungswegen in nichts nachsteht", sagt Schidlack. Spürbare Qualitätseinbußen gebe es allerdings im ländlichen Raum, zumindest dann, wenn die Infrastruktur hohe Übertragungsraten nicht zulasse.
Die hybriden Fernseher lassen das Internet nun immer mehr mit dem klassischen TV verschmelzen. "Es gibt Zusatzanwendungen der Sender, eine Art moderner Videotext oder Internetdienste auf Abruf", sagt Holger Wenk von der Brancheninitiative Deutsche TV-Plattform. Die Zuschauer können Nachrichten aus dem Internet in ihrem Wohnzimmer sehen, auf die Schnelle den Wetterbericht für den Heimatort abrufen oder sich in sozialen Online-Netzwerken wie Facebook am heimischen TV-Screen umtun.
Neu ist auch, dass bei Hybridfernsehern manchmal ein roter Punkt auf dem Schirm erscheint. Er signalisiert, dass die Sender weitere Informationen zum laufenden Programm haben. Drückt der Zuschauer den ebenfalls roten Knopf auf der Fernbedienung, erscheinen dann Videos, Nachrichten und Bilder. Möglich macht das die Technik HbbTV, an der 60 Unternehmen beteiligt sind, darunter auch ARD und ZDF. Hybride Fernseher, die HbbTV nicht unterstützen, geben allerdings nur Inhalte vom jeweiligen Hersteller frei.
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(SZ vom 03.09.2010/leja)