Digitaler Hörfunk bietet viele Möglichkeiten, aber nur wenige neue Programme. Experten prophezeien dem dümpelnden Markt dennoch eine rasante Entwicklung
Was als rauschender Röhrenempfänger begann, ist heute ein digitaler Zauberkasten: Das Radio. Die neuesten Geräte bieten nicht nur Hörfunk, sondern auch Verknüpfungen mit Bild, Grafik und Internet. Doch die digitale Vielfalt kann nur wenige Nutzer überzeugen. Die Erklärung dafür ist einfach, sagt Axel Rudolph, Sprecher der Initiative Marketing Digitalradio GmbH: "Warum soll man einen Digitalempfänger kaufen, wenn es keine neuen Programme gibt?"
Das Radio: Heute ein digitaler Zauberkasten, früher ein rauschender Röhrenempfänger. (© Foto: iStockPhoto)
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Der große Vorteil der Digitaltechnik ist ja gerade, dass mehr Programme gesendet werden können. Bislang war das nicht möglich, da die Anbieter nur einen Kanal nutzen konnten. Jetzt hat ihnen die Internationale Wellenkonferenz mehr Kanäle genehmigt, und ab 2009 sollen neue digitale Lokalradios auf Sendung gehen. Auch neue Spartenprogramme, etwa für Liebhaber von klassischer Musik, sollen entstehen.
Die entsprechenden Empfangsgeräte sind längst entwickelt, doch sie verkaufen sich kaum: Der Verband privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) schätzt, dass in deutschen Haushalten bislang höchstens 300.000 Digitalempfänger für Radio stehen. Andere Schätzungen gehen von 100.000 Geräten aus. Dagegen liegt die Zahl bei UKW-Geräten bei etwa 300 Millionen. Viele kleine Hersteller wie Trinloc oder Pure Digital setzen aber darauf, dass sich der dümpelnde Digitalmarkt bald entwickelt.
Mobile Alleskönner gefragt
Damit die Radioangebote auch bei den Kunden ankommen, muss die Industrie die Wünsche der jüngeren Nutzer beachten. Eine Studie des Medienexperten Mathias Priebe über die Perspektiven des digitalen Radiomarktes kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: In Zukunft werden vor allem Digitalradios gefragt sein, die in Handys, mobile Computer oder MP3-Player integriert sind. "Der Trend geht in Richtung kleine, mobile Endgeräte, die alles können", so Priebe.
Doch so weit ist der Markt noch lange nicht entwickelt. Zurzeit versuchen die Hersteller noch, den Kunden ihre nicht-mobilen Empfangsgeräte schmackhaft zu machen. Sie funktionieren in der Regel nach dem terrestrischen DAB-Standard (Digital Audio Broadcasting). Die Infrastruktur für DAB erreicht mittlerweile etwa 80 Prozent der Bevölkerung.
Damit mehr Menschen sie auch tatsächlich nutzen, versprechen die Anbieter bessere Klangqualität als bei der analogen Technik. Noch bevor sich die Hörer aber mit DAB angefreundet haben, tüftelt die Industrie schon an der Erweiterung: DAB Plus ermöglicht die Übertragung von größeren Datenmengen, sodass zum Beispiel Bilder oder Text bequem mitgesendet werden können. So kann sich der Nutzer, während ein Musikstück läuft, über die Band informieren. Bis Jahresende sollen die ersten DAB-Plus-Geräte auf dem Markt sein. Sie funktionieren auch mit dem DAB-Standard.
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OB-Kandidatin Nallinger
In Nordamerika sind Autoradios, die digital per Satellit abgestrahlte
Radioprogramme empfangen, nix ungewöhnliches. Neben stationären, gibt
es weitere, mobile Empfänger in iPod Größe.
http://en.wikipedia.org/wiki/Satellite_radio
Ich möchte vorschlagen diese Technik in Europa einzusetzen und alle
anderen Verbreitungswege wegzulassen - bis auf UKW. Das
Satellitenradio würde für viele Kanäle sorgen (und für Fernempfang).
UKW würde für regionale, lokale Angebote und für die
Rückwärtskompatibitilät genutzt.
Die Infrastrukturkosten wären deutlich geringer, als wenn versucht
wird Radio über X verschieden Netze ( DAB, DRM, DVB-H, DMB, DVB-T
Radio, ADR, DVB-S, etc.) auszusenden. Medienpolitik, Geräteindustrie,
Radioanbieter *und* Hörer verlieren nicht den überblick. Und die ca.
4676167561818 in Europa vorhandenen UKW Radios werden nicht zu
Elektronikschrott, sondern können weiterbenutzen werden.
ich will keinen neuen "innovativen" Mist.
Ich hab genau zwei Programme die mir alles bieten was sich brauche.
Einen Deutschlandweiten für Information, Kultur u.v.m. und einen Berliner Sender ausschließlich für Musik (alles außer mainstream), den man auch im Stuttgarter Raum empfangen kann.
Beides In allerbester Qualität.
Wozu brauch ich Bild, Grafik, Internet unterwegs?.
Und ich werd auch nicht einen Moment mit Ohrstöpseln rumlaufen.
Bald werden wir eine Antenne auf dem Kopf tragen, oder gleich implantiert.
Und 300 Millionen UKW-Empfänger auf den Müll?
Die sind doch alle verrückt geworden.
Mein Telefunken Radio Baujahr 1929 empfängt immer noch! Ohne Potentiometer, ohne Dauermagnet im Lautsprecher, nur auf Mittel- und Langwelle, ohne Netzteil, ohne Trafo, nur mit Selengleichrichtern und glühlampengroßen, reihenbeheizten Röhren urdoxstromberenzt, ohne Bandfiltern, ohne Superheadverstärker, ein Geradeausempfänger mit mechanisch verstellbaren Koppelspulen mit einer Audion-Dreifunktionsröhre. Ein richtig altes "Dampfradio", der erste Telefunken mit eingebautem Lautsprecher, und bald ? Kommen die amplitudenmodulierten Sender nur noch aus dem Ausland? Wie wenig oder wie viel hat sich in 80 Jahren verändert, aber diese alte Kiste kann man auch heute noch ohne Bedienungsanleitung beherrschen! Wie genial waren die alten Radiopioniere, daß ihre Technik nach 80 Jahren heute noch funktioniert. Bei all den Verbesserungen, die es seit damals gibt. Und heute? Wo ist die universelle Fernbedienung, die sich per Knopfdruck auf das neue Gerät automatisch einstellt? Wenn wenigstens die berühmte Fernsteuernormnummer am Gerät aufgedruckt stände und man diese zur Fernsteuerprogrammierung einfach eingeben könnte. Wo ist der Lichtleiterbus oder Elektrische Bus, der unsere Wohnzimmergeräte nach einer Norm verbindet, so daß wir alle zusammen und selektiv wenigstens ferngesteuert einschalten oder bedienen können, ohne das der "Standby-Betrieb" die Leistung eines Atomkraftwerks benötigt. WLAN oder Blauzahn wäre dafür schon wieder viel zu aufwändig. Wann passen endlich alle Disks in einund dasselbe Lese/Schreibgerät mit 2 Knöpfen ein grüner zur Wiedergabe und ein roter zur Aufnahme, bei allen Geräten! Wann kommt endlich ein Softi ans Ruder, der "Kulissenprogrammierung" machen darf. Stufe 1 für "doofe" Anfänger, Stufe 2 für Normalverbraucher, die die Bedienungsanleitung verstanden haben und Stufe 3 für alle Superprofiexpertenkönnerfreaks.? per "Knopf" ausgewählt. Und wann kommt endlich die einfache Senderprogrammierung in alle Geräte, wo mann aus einem Menü den Sender auswählt und dann nur ein paar Sekunden auf die Nummerntaste oder das Nummern Feld drückt und der Lieblingssender kann per Knopfdruck wiedergewählt werden, gabs ja alles schon, gibts in wenigen Geräten, warum wird das Gute nicht Norm? Weil soviel Sinnvolles fehlt, kaufen wir keine IFA-Luftblasen. Die platzen zu schnel
Früher wiederholte sich die Litanei alle zwei Jahre, seit die IFA jährlich ist jedes Jahr. Die Argumente pro und contra sind dieselben wie eh und je.
Die Contra-Argumente sind aber die stärkeren.
Die zwei entscheidenen K.O.-Kriterien sind...
...auf Senderseite:
Für zusätzliche kostenlos ausgestrahlte Kanäle, die dann auch noch besser sein müssten als die vorhandenen, ist kein ausreichender Werbemarkt in Sicht.
...auf Hörerseite:
Im Gegensatz zum Fernsehen mit DVB-T gibt es beim Hörfunk keine ortsfest aufgestellten Empfangsgeräte, die man mit einer Settop-Box weiterbenutzen kann. Jedes Autoradio, jedes Küchenradio, jeder Ghettoblaster, jedes Duschradio, jeder Weltempfänger, jeder teure UKW-Receiver im Wohnzimmer muss auf den Müll, wenn UKW abgeschaltet wird.
Diese Geräte halten fast ewig, sie müssten aus reiner Digitalisierungswillkür ersetzt werden. Die Hersteller solcher Geräte sind realisitisch genug, diese breite Palette an Produkten erst gar nicht für DAB anzubieten, weil der Verbraucher keinen Anreiz hätte, sie zu kaufen: Wer Musik in besserer Tonqualität hören will, schaltet dazu nicht das Radio an, sondern nutzt eine der vielen hochwertigen digitalen Klangquellen, die es heute gibt. Für die weisen Worte der Moderatoren braucht kein Mensch Digitaltechnik.
Und die sagenumwobenen Zusatzdienste existieren doch wohl nur in Form von Powerpoint-Präsentationen der Entwickler: Wie ein Song heißt, teilt mir bei UKW das RDS-Textlaufband auf dem Display mit, und wenn ich ihn kaufen will, muss ich so oder so ins Internet oder in den Plattenladen gehen.
Natürlich kann man Datendienste auch nutzen, um Werbung zu senden. Aber wer würde sich dafür ein neues Radio kaufen?
würde ich es mir definitiv mehrmals überlegen, ob ich für "die beste Musik der letzten 30 Jahre" auch nur einen Cent investieren würde, oder ob ich nicht lieber gleich komplett auf Selbstversorgung umstelle.
Nachrichten gibt es ohnehin im Internet und für die Musik tut's der iPod, der dann halt um einen Wecker-Dock für den Nachttisch erweitert wird.
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