Von Sebastian Herrmann

Komprimierte Audiodateien sollen mit dem Zusatzgerät wieder ihre ursprüngliche Klangqualität zurückerlangen.

Puristen definieren sich durch Ablehnung. Was der Purist schätzt, bleibt sein Geheimnis. Der Wein-Purist etwa verkündet, australische Weine seien verachtenswertes Teufelszeug und verschweigt, was er statt dessen goutiert. Apple-Puristen wären ohne ihr Feindbild Microsoft und die kategorische Ablehnung jeglicher Windows-Produkte nicht denkbar.

(© Foto: Creative)

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Der HiFi-Purist rümpft die Nase über viele Dinge: Er geißelt CD- und MP3-Spieler oder minderwertige Boxenkabel. Er sucht auch seine Musik nicht danach aus, ob ihm die Stücke gefallen. Wichtig ist ihm nur die Klangqualität einer Aufnahme.

Der Audio-Purist wird auch über den Xmod die Nase rümpfen. Obwohl sich das Gerät doch vordergründig an ihn wendet: Der Hersteller verspricht, dass dieses kleine Kästchen den beklagenswerten, weil durch Kompression verstümmelten Klang von MP3-Dateien aufmotzt.

Die Versprechen rund um den Xmod klingen phantastisch: Auf der Verpackung belehrt eine Balkengrafik, dass CDs und MP3s, die über den Xmod angehört werden, in Sachen Klang gar Studioqualität - was auch immer das ist - überträfen. Das macht vor allem misstrauisch.

Immerhin lässt sich der Xmod unkompliziert ausprobieren, das Gerät verfügt über erfrischend übersichtliche Funktionen. Der Xmod wird mit einem USB-Kabel an den Rechner gestöpselt auf dem die MP3s laufen. Der große Knopf in der Mitte dient als An-Aus-Schalter und Lautstärkeregler. Die zwei Klang-Veredelungsmodi mit den kryptischen Titeln X-Fi Crystalizer und X-Fi CMSS-3D werden über zwei separate Schalter aktiviert. Kopfhörer oder Stereoanlage dazu, mehr braucht es nicht.

Mit dem Crystalizer zaubert der Xmod angeblich Details wieder zurück, die bei der MP3-Komprimierung verloren gegangen sind. Aber weg ist weg, wie soll das Gerät etwas zurückrechnen, was andere entfernt haben? Das verrät der Hersteller nicht.

Allerdings klingen Musikstücke, durch den Crystalizer tatsächlich satter und druckvoller. Es hört sich ein bisschen so an, als liefe die Musik über einen kräftigeren Verstärker oder als habe jemand einige Tonspuren gedoppelt. Auf jeden Fall eine hörbare und feine Verbesserung. Der Surround-Mode, der durch den CMSS-3D-Mode angeblich auch über normale Kopfhörer genießbar ist, nervt dagegen. Der Klang kriegt zu viele Höhen ab, die unnatürlich wirken und das Lied zu sehr verfremden.

An einen MP3-Spieler lässt sich der Xmod, der optisch auf iPod getrimmt ist, auch anschließen. Dann braucht es jedoch eine zusätzliche Stromquelle - statt einem wären dann drei Geräte herumzuschleppen. Im übrigen verachten iPod-Puristen sicherlich die Vorstellung, ein fremdes Gerät mit ihrem Fetisch zu verbinden.

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(SZ vom 2.3.2007)