Komprimierte Audiodateien sollen mit dem Zusatzgerät wieder ihre ursprüngliche Klangqualität zurückerlangen.
Puristen definieren sich durch Ablehnung. Was der Purist schätzt, bleibt sein Geheimnis. Der Wein-Purist etwa verkündet, australische Weine seien verachtenswertes Teufelszeug und verschweigt, was er statt dessen goutiert. Apple-Puristen wären ohne ihr Feindbild Microsoft und die kategorische Ablehnung jeglicher Windows-Produkte nicht denkbar.
(© Foto: Creative)
Anzeige
Der HiFi-Purist rümpft die Nase über viele Dinge: Er geißelt CD- und MP3-Spieler oder minderwertige Boxenkabel. Er sucht auch seine Musik nicht danach aus, ob ihm die Stücke gefallen. Wichtig ist ihm nur die Klangqualität einer Aufnahme.
Der Audio-Purist wird auch über den Xmod die Nase rümpfen. Obwohl sich das Gerät doch vordergründig an ihn wendet: Der Hersteller verspricht, dass dieses kleine Kästchen den beklagenswerten, weil durch Kompression verstümmelten Klang von MP3-Dateien aufmotzt.
Die Versprechen rund um den Xmod klingen phantastisch: Auf der Verpackung belehrt eine Balkengrafik, dass CDs und MP3s, die über den Xmod angehört werden, in Sachen Klang gar Studioqualität - was auch immer das ist - überträfen. Das macht vor allem misstrauisch.
Immerhin lässt sich der Xmod unkompliziert ausprobieren, das Gerät verfügt über erfrischend übersichtliche Funktionen. Der Xmod wird mit einem USB-Kabel an den Rechner gestöpselt auf dem die MP3s laufen. Der große Knopf in der Mitte dient als An-Aus-Schalter und Lautstärkeregler. Die zwei Klang-Veredelungsmodi mit den kryptischen Titeln X-Fi Crystalizer und X-Fi CMSS-3D werden über zwei separate Schalter aktiviert. Kopfhörer oder Stereoanlage dazu, mehr braucht es nicht.
Mit dem Crystalizer zaubert der Xmod angeblich Details wieder zurück, die bei der MP3-Komprimierung verloren gegangen sind. Aber weg ist weg, wie soll das Gerät etwas zurückrechnen, was andere entfernt haben? Das verrät der Hersteller nicht.
Allerdings klingen Musikstücke, durch den Crystalizer tatsächlich satter und druckvoller. Es hört sich ein bisschen so an, als liefe die Musik über einen kräftigeren Verstärker oder als habe jemand einige Tonspuren gedoppelt. Auf jeden Fall eine hörbare und feine Verbesserung. Der Surround-Mode, der durch den CMSS-3D-Mode angeblich auch über normale Kopfhörer genießbar ist, nervt dagegen. Der Klang kriegt zu viele Höhen ab, die unnatürlich wirken und das Lied zu sehr verfremden.
An einen MP3-Spieler lässt sich der Xmod, der optisch auf iPod getrimmt ist, auch anschließen. Dann braucht es jedoch eine zusätzliche Stromquelle - statt einem wären dann drei Geräte herumzuschleppen. Im übrigen verachten iPod-Puristen sicherlich die Vorstellung, ein fremdes Gerät mit ihrem Fetisch zu verbinden.
(SZ vom 2.3.2007)
Wer eine neuere Soundblaster Karte sein Eigen nennt, kennt vermutlich auch deren Funktion "X-Fi Crystalizer". Diese Funktion bietet bei schlechter MP3 Qualität eine (zumindest auf meinem teufel System) deutlich hörbare klangliche Verbesserung. Sollte das hier angebotene Gerät den Klang ebenso beeinflussen, ist es kein Voodoo.
Übrigens bin ich selbst ein leicht audiophiler Mensch - zumindest habe ich mir selbst Boxen nach Udo Wohlgemuth gebaut und behaupte, guten von schlechtem Klang unterscheiden zu können.
Dieses kleine, wohlgeformte möchtegern-habenwill ist nichts anderes als eine externe Soundkarte mit Effektprozessor und eine Priese Marketing, frei nach dem Motto "... schreiben wir was von 'Studioqualität' (WTF...?) und irgendwer wird schon boar-geilend darauf abfahren". Es steht halt jeden Morgen ein Dummer auf, der gefangen werden möchte.
Wie von den Vorrednern schon festgestellt, gibt es keine technische Möglichkeit, Daten, die bei der MPEG-Reduktion nicht berücksichtigt wurden, nachträglich wieder einzufügen (OK, hernahme der Originalquelle...).
Biegen wir, obwohl das Original nun Datenratenabhängig mehr oder minder verfremdet wurde mit nem tollen Prozessor noch ein bisschen am Klang, geben hier beispielsweise eine saftige Priese K3-Klirr für die Analogies und dort noch zwei Dezibelchen Oberbass dazu, das mag je nach persönlichem Gusto, Abhöranlage und -raum zwar wohlgefällig klingen, hat mit "Studioqualität" oder gar HiFi, im Gegensatz zu ersterem ein geschützter und normierter Begriff, nicht viel gemein. Es geht vielmehr darum, die Quelle, sei es nun MP3 oder CD (die technisch schon ausreichend gut ist) oder sonstwas, möglichst unverfälscht wiederzugeben. Klingt das nach eigenem Ermessen dann zu Fade, hilft ein ganz individueller Dreh an den Klangreglern mehr als irgendein Creative-Wunderkästchen, mit dessen festen Parametern ich leben muß.
Ferner vermisse ich hier, und nur mit diesen Eigenschaften kann das Gerät überhaupt ernst genommen werden, einen irgendwie gearteten digitalen S/P-DIF Ausgang und mechanisch stabile Buchsen statt Miniklinkengemurkse.
Und gegen billige Bauteile der OnBoard-Soundkarten in Computern helfen bessere Nachrüstkarten oder Externe USB oder Firewire-Lösungen, die idealerweise vom Nutzsignal nichts unterschlagen und auch nichts mehr hinzufügen. Dann ist auch ein ernsthaftes Musikhören per Computer möglich, ohne das man bei leisen Passagen Festplattenzugriffgeräusche und dergleichen hört.
schön aufgepasst beim kapitel mp3/audiokompression; allerdings ist das zwar das grundlegende prinzip, aber nicht alles, was bei der umwandlung ins mp3-format an dem ursprünglichen signal verändert wird. es kommt zu sog. pre-echos und je nach bitrate werden auch hörbare frequenzbänder bei der kompression mit erfasst.
ein weiterer punkt, der ebenfalls nicht zu vernachlässigen ist, ist die tatsache, dass gerade bei computern oftmals einfache weil billige bauteile als d/a wandler etc verwendet werden, die den frequenzgang auf typische art und weise beeinflussen. daran kann man sich nicht ohne weiteres vorbeischummeln, wohl aber ein wenig gegensteuern.
von daher ist die verwendung von sound-enhancern wie dem hier vorgestellten nicht ganz so unsinnig, wie vielleicht zunächst angenommen. natürlich sind die versprechungen übertrieben, aber eine spürbare (subjektive) verbesserung des klanges lässt sich tatsächlich in vielen fällen erreichen. wer sich davon prinzipiell ein bild machen möchte, dem sei das DFX-plugin (erhältlich als kostenlose testversion unter www.fxsound.com) ans herz gelegt. das plugin unterstüzt winamp, windows media player, real player, yahoo music jukebox, musicmatch und j river media center. mit den richtigen einstellungen, die man durch kurzes ausprobieren leicht herausfindet will man das teil eigentlich schnell nicht mehr missen...
oh gott, was für ein schwachsinn....
der hintergrund des mp3 formats ist eine datenreduktion, basierend auf der idee des sog. verdeckungseffekts, der besagt, dass laute passagen eines musikstückes bestimme leise elemente übertönen und man deshalb diese elemente aus dem signal entfernen kann ohne das es subjektiv schlechter klingt. hierzu wird die musik in kleine segmente zerlegt und innerhalb jedes dieser segmente entschieden welche information im signal gebraucht wird und nur diese dann übertragen. beim empfänger wird aus diesen daten ( frequenzen und amplituden ) der klang neu zusammengebaut. Im besten fall merkt der hörer aufgrund des verdeckungseffekts nichts vom der reduktion der information. da die reduktion aber auf statistsichen modellen basiert mag je es je nach konkretem eingangssignal mal mehr oder wengier gut funktionieren, und etwa aus einer kurzen perkussiven hihat mit hartem anchlag eine weiche verschmierte variante generieren. keine technologie ist in der lage diese bie der kodierung falsch interpretierte information nachträglich zurecht zu rücken, denn die verschmierte hihat könnte ja so auch schon im original geklungen haben. man kann zwar allerlei tricks mit audiodateien anstellen, aber der effekt ist vergleichbar mit dem was man mit photoshop mit bildern machen kann. ein schlechtes jpeg bleibt ein schlechtes jpeg, egal obe es mehr oder weniger kontrast hat. im schlimmsten fall verstärkt man die artefakte. wers mag...
alles andere: humbug.