Lutz Heilmann hat die einstweilige Verfügung gegen Wikipedia.de zurückgezogen. Die Seite ist wieder verfügbar - und sie profitiert vom bizarren Streit um angebliche Verleumdungen.

Die Website wikipedia.de darf wieder auf das Online-Lexikon Wikipedia weiterleiten. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann habe gegenüber dem Landgericht Lübeck seinen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung rechtswirksam zurückgezogen, sagte Richterin Gesine Brunkow.

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Lutz Heilmann sitzt seit 2005 für die Linke im Bundestag. In den achtziger Jahren arbeitete er als Personenschützer bei der Stasi. (© Foto: dpa)

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Damit dürfe auf der Website des Vereins Wikimedia Deutschland wieder auf die deutschsprachige Wikipedia (de.wikipedia.org) verlinken, sagte die Gerichtssprecherin.

Der frühere Stasi-Mitarbeiter Heilmann hatte am vergangenen Donnerstag eine Sperrung der Weiterleitung von wikipedia.de auf das in den USA beheimatete Angebot von Wikipedia beantragt, da nach seiner Ansicht in einem Wikipedia-Artikel unwahre Behauptungen über ihn aufgestellt wurden. Das deutschsprachige Internet-Lexikon Wikipedia war aber weiterhin über die Adresse http://de.wikipedia.org zu erreichen.

Nach einem Proteststurm im Web erklärte Heilmann am Sonntag, die von ihm monierten Behauptungen seien inzwischen entfernt worden und die Seite wikipedia.de könne wieder freigeschaltet werden. Auf seiner eigenen Website erklärte Heilmann, der juristische Weg habe sich für diese Auseinandersetzung "insoweit als problematisch erwiesen, als durch die Struktur von Wikipedia die anderen Userinnen und User in Mitleidenschaft gezogen werden." Das sei nicht seine Absicht gewesen.

Wegen der rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Bundestagsabgeordneten sprudeln jetzt die Spenden bei Wikipedia. Am Wochenende habe man fünf Mal so viel Geld gesammelt wie an normalen Tagen, sagte der Zweite Vorsitzende des deutschen Wikimedia-Vereines, Sebastian Moleski. Viele Nutzer führten in ihren Begründungen den Streit mit dem Linkspartei-Politiker an.

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(sueddeutsche.de/dpa/AP/mri)