Flachbildschirme sind platzsparender als Röhrengeräte und stehen schon in den Wohnzimmern. Doch die Inhalte in echtem HD fehlen noch - auch wenn die nachfolge der DVD bereits geklärt ist.
Es waren nicht die Pornos, soviel ist sicher. Während der Streit um den Standard für Videokassetten zumindest nicht unerheblich davon beeinflusst wurde, dass es die Schmuddelstreifen vor allem auf VHS-Kassetten gab, war es beim Streit um die Nachfolge der DVD wohl eher schiere Marktmacht. So muss man es wohl bezeichnen, dass Sony, führender Vertreter im Lager des Systems Blu-ray, zu hohen Kosten seine Spielekonsole Playstation 3 mit einem eingebauten Blu-ray-Laufwerk ausstattete.
Die Plasma-Fernseher stehen schon in den Wohnzimmern, an den passenden Inhalten fehlt es noch. (© Foto: ap)
Anzeige
Konkurrent Microsoft dagegen wollte soweit nicht gehen. Der Konzern bot für seine Konsole Xbox zwar auch Unterstützung für eine hochauflösende DVD an. Doch das Laufwerk im Konkurrenzformat HD-DVD gab es nur als Zubehör zu kaufen. Nun also ist Blu-ray der Standard, und Microsoft hat bereits angekündigt, die Produktion des externen Laufwerks für die Xbox einzustellen. Vor allzu viel HD-Hysterie aber ist zum jetzigen Zeitpunkt dennoch zu warnen.
Zwar kann man annehmen, dass nun die Preise für Blu-ray-Abspielgeräte sowie für Computerlaufwerke mit dieser Fähigkeit sinken werden, wenn erst einmal die verkauften Stückzahlen größer werden. Aber das bedeutet auch, dass man sich Filme, die man vielleicht schon auf DVD besitzt, noch einmal kaufen muss, um sie in wirklichem HD zu genießen.
Gewaltige Bildschirmgrößen sind nötig
HD steht für High definition, zu deutsch: hohe Auflösung. Statt nur 720 mal 576 Bildpunkten wie bei der DVD bieten Filme auf einer Blu-ray-Scheibe eine Auflösung von 1920 mal 1080 Bildpunkten an. Das lässt sich vergleichen mit dem Unterschied zwischen einer miesen Digitalkamera und einer guten. Bei der guten Kamera sieht man mehr Details, das Bild wirkt einfach schärfer.
Doch um diesen in Zahlen durchaus fassbaren Vorteil auch in der Praxis genießen zu können, braucht es schon gewaltige Bildschirmgrößen, wie sie nur die neuen Flachbildschirme bieten. Erst bei Bilddiagonalen von einem Meter an aufwärts und voller HD-Auflösung (eben die 1920 x 1080 Bildpunkte der Blu-ray-Disc) fallen die Unterschiede zu herkömmlichen TV-Bildern überhaupt richtig auf.
Bei kleineren Bildschirm-Größen reicht es, die TV-Geräte mit einem digitalen Signal zu füttern. Dieses ist in nahezu jedem Fall klarer als das herkömmliche analoge Signal, egal ob über Antenne oder über Kabel. Nur bei digitalem Fernsehen über Antenne (DVB-T) leidet die Qualität manchmal, weil die Signale stark zusammengequetscht werden müssen. Dadurch entstehen dann die unschönen Klötzchen im Bild, die bei Fachleuten unter dem Namen Artefakte bekannt sind. Ansonsten aber ist der Vorteil von digitalem gegenüber analogem Fernsehen auch auf Röhrenfernsehgeräten eindeutig feststellbar.
Auf der nächsten Seite: Warum es trotz teurem Bildschirm griseln kann
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Publikumsliebling LCD chancenlos gegen Plasma-TV 01.09.2006
- Blu-ray vs. HD-DVD Toshiba gibt auf 18.02.2008
- Blu-ray Start ins Blaue 20.02.2008
- Netzwerk-Player Brücke ins Wohnzimmer 01.02.2008
Surfrider Beach in Malibu