Jeder Vierte will in Zukunft mit dem Handy ins Internet gehen. Doch wer kann sich auf dem Markt durchsetzen? Die Kandidaten: Internetgiganten, Mobilfunkanbieter und Handyhersteller.
Diesmal sind sich die Auguren sicher, das mobile Internet steht vor dem Durchbruch. Als Treiber gelten neue benutzerfreundliche Multimedia-Handys, breitbandige Funkstrecken mit schnelleren Übertragungsmöglichkeiten, preisgünstige Daten-Flatrates und populäre Inhaltedienste. Liegt das Beratungsunternehmen Oliver Wyman richtig, dann werden im Jahr 2011 bis zu eine Milliarde Menschen das Internet über ihr Handy nutzen.
Wer darf? Handyhersteller, Internetgiganten und Mobilfunkanbieter buhlen um den Markt "Mobiles Internet". (© Foto: dpa)
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Das Wachstumspotential ist auch in Deutschland gewaltig. Jeder vierte Bürger wolle künftig das Handy für das Internet nutzen, ergab eine repräsentative Studie von TNS Infratest im Auftrag des Mobilfunkers E-Plus. Damit hat sich das Interesse am mobilen Internet in Deutschland innerhalb eines Jahres verdreifacht. Momentan nutzen erst knapp 14 Prozent der Befragten ihr Handy für das Suchen im Web, sechs Prozent verschicken darüber E-Mails.
Der Löwenanteil der Mobilfunkumsätze entfällt aber immer noch auf die Telefonie und das Verschicken von Kurzmitteilungen. Doch die Telekommunikationsunternehmen geben sich optimistisch, dass die Kunden künftig ihre Geräte häufiger für das mobile Internet nutzen werden.
Wer hat das überzeugendste Portal?
Das Zusammenwachsen von Mobilfunk, Internet, IT und Unterhaltungsindustrie verspricht ein Milliardengeschäft, welches viele Begehrlichkeiten weckt. Offen ist, wer am Ende profitieren wird, die Netzbetreiber, Inhalteanbieter oder die Handyproduzenten? "Die Unternehmen werden sich heftig um ihre Positionierung streiten", erwartet Nikolaus Mohr, Geschäftsführer bei der Unternehmensberatung Accenture. In den nächsten beiden Jahren hätten die Unternehmen noch Zeit, ihr Konzept im mobilen Internet zu entwickeln.
Das Lieblingsszenario der Mobilfunkunternehmen ist eine Welt, in der Kunden mit dem Handy als persönlicher Schaltzentrale ihr gesamtes Leben organisieren. Um mehr Datenübertragungen zu ermöglichen, arbeiten die Mobilfunkfirmen am Ausbau der Netze.
Die Übertragungsgeschwindigkeit soll innerhalb weniger Jahre von 3,6 Megabit pro Sekunde auf mehr als 100 Megabit steigen. Allerdings tüfteln die Telekommunikationsunternehmen ebenfalls an attraktiven Eingangsportalen. Sie sollen es ermöglichen, dass Nutzer künftig auf allen Endgeräten die gleiche Startseite empfangen, egal ob am Computer, Handy oder Fernseher.
"Entscheidend ist, wer am Ende des Tages das überzeugendste Eingangsportal über alle Kanäle hat", sagt Mohr, derzeit könne niemand sagen, ob dies die Handyhersteller, Netzbetreiber oder Internetgiganten sein würden. Kurzfristig hätten die Mobilfunkunternehmen die besten Karten, weil sie den Kunden schon besitzen und als einzige mobil bedienen können, sagt Mohr.
Allerdings hätten die Mobilfunker wenig davon, wenn die Nutzer diese Eingangsportale direkt wieder verlassen würden. In ihrer Kasse werde es nur klingeln, wenn sie den Kunden Zusatznutzen verkaufen oder ausreichend lange für Werbeeinnahmen auf ihren Seiten halten könnten. Eine erfolgversprechende Anwendung sei die Nutzung von Navigationsdiensten.
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