Hackerangriff Buchungen an Botnetz weitergeleitet

Bei der nächsten Transaktion über den PC schlagen beide Trojaner zu: Die Buchung wird nicht mit dem gewünschten Ziel und der richtigen Summe ausgeführt, sondern für ein Konto der Kriminellen vorbereitet. Daraus generiert die Bank dann eine mTAN, die auf das infizierte Smartphone geschickt wird. Dort leitet sie der Handy-Trojaner an das Botnetz weiter, das die Buchung bei der Bank bestätigt, wiederum über den infizierten PC.

Das System des Onlinebankings wird damit also nicht direkt angegriffen, aus Sicht der Bank sind alle Daten in Ordnung. Sie wurden nur von den Trojanern so manipuliert, dass das Geld woanders ankommt. Wie viel der Anwender am PC davon mitbekommt, schreiben die Sicherheitsexperten leider nicht.

Denkbar ist aber, dass auch die eigentlich gewünschte Buchung als bestätigt angezeigt wird, da sich die Ausgaben der Bank ohnehin fälschen lassen. Das Login für das Konto kennt der Trojaner zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon. Das Verfahren ist schon länger bekannt, im November 2012 warnte beispielsweise die Berliner Polizei vor Missbrauch von mTANs.

Vor allem italienische Konten wurden von den Angriffen betroffen, 20 Prozent der geschädigten Nutzer stammen aber aus Deutschland, weitere Fälle gab es in Spanien und den Niederlanden.

Neben der technisch ausgefeilten Attacke setzt das Verfahren des Eurograbber auf die Gutgläubigkeit von Anwendern: Banken fordern nicht zum Download von Software per Mail auf, weder an PCs noch an Smartphones. Wer solchen Hinweisen dennoch folgt, kann nur Glück haben, wenn sein Virenscanner die sich ständig verändernden Trojaner erkennt.