Hacker-Attacke Iran meldet Cyberangriff auf Ölindustrie

Digitaler Angriff auf das iranische Ölministerium und die staatliche Ölgesellschaft - und Teheran muss reagieren: Es nimmt sein wichtigstes Ölexport-Terminal im Persischen Golf vom Netz. Erinnerungen an den Computervirus Stuxnet werden wach.

Iran sieht sich erneut als Opfer eines Cyberangriffs. Die Behörden untersuchten eine mutmaßliche Internetattacke auf das wichtigste Ölexport-Terminal des Landes, hieß es am Montag in Branchenkreisen. Der Nachrichtenagentur Mehr zufolge schlug am Sonntagabend ein Computervirus zu, der sich gegen die zentralen Internet- und Kommunikationssysteme des Ölministeriums und der staatlichen Ölgesellschaft NIOC (National Iranian Oil Company) gerichtet habe.

Als Vorsichtsmaßnahme seien daraufhin die IT-Systeme des Ölterminals der Insel Chark sowie anderer Öl-Standorte vom Internet abgekoppelt worden. Auch die Webseiten von NIOC und Ölministerium sind derzeit nicht erreichbar. Ein Sprecher des iranischen Ölministeriums bestätigte der staatlichen Nachrichtenagentur Fars die Attacke und erklärte, ein Virus habe versucht, Daten von den Servern des Ölministeriums zu löschen.

Allerdings waren seinen Angaben zufolge keine Hauptdaten des Ölministeriums oder der staatlichen Ölgesellschaft von dem Angriff betroffen. Diese würden in einem separaten Netzwerk liegen, das nicht mit dem Internet verbunden sei.

Erinnerungen an Stuxnet

Es wäre nicht das erste Mal, dass Iran zum Ziel eines Cyber-Angriffs würde. Das Land hatte den USA und Israel bereits eine Attacke auf das iranische Atomprogramm mit Hilfe des Computervirus Stuxnet vorgeworfen. Stuxnet soll dafür verantwortlich sein, dass die Produktionskapazität der Zentrifugen in der Atomanlage Natanz zwischenzeitlich um 15 Prozent sank.

Seit dem Vorfall berichtet Teheran immer wieder von Cyberangriffen; inzwischen hat Ayatollah Ali Chamenei mit der Einführung eines "Hohen Rates für den Cyberspace" die Internetpolitik des Landes an sich gezogen. Die Revolutionsgarden sind damit betraut, Strategien gegen Cyberangriffe, aber auch eigene Kapazitäten zur Cybersabotage zu entwickeln.

Der Westen verdächtigt Iran, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten, was die Führung in Teheran allerdings bestreitet. Neue Gespräche über das Nuklearprogramm des Landes haben in diesem Monat begonnen und sollen im Mai fortgesetzt werden.