Betrüger im Internet sind auf der Suche nach allem, was sich zu Geld machen lässt - mit immer raffinierteren Methoden. Aber Hacker-Opfer können sich mit einfachen Tricks wehren.
Ronald Noble hat Trost für alle, die schon einmal im Internet übers Ohr gehauen wurden: "Jeder wird heute eher Opfer von Cybergangstern denn einer physischen Form der Kriminalität." Der Generalsekretär von Interpol bezieht sich mit seinen aufmunternden Worten auf eine Studie des US-Computerkonzerns IBM. Also lieber im Cyberspace ausgeraubt werden als in echt von Dieben überfallen? Besser nicht. Auch im Netz muss sich niemand kampflos ergeben. So wie im wirklichen Leben gibt es im Internet ein paar Tricks gegen die Kriminellen.
Auch im Netz muss sich niemand kampflos bösen Buben ergeben. So wie im wirklichen Leben gibt es im Internet ein paar Tricks gegen die Kriminellen. (© Foto: istock)
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Wie greifen Hacker an?
Bislang war es gängige Masche, die Opfer mit einer fingierten E-Mail reinzulegen. In dieser Nachricht verlangte etwa angeblich die Hausbank die Neueingabe der Kontoinformationen auf einer Internetseite. Wer dem nachkam, lieferte seine Geheimdaten an Kriminelle, die so online Geld vom Konto abbuchen konnten. Neuerdings reicht schon das Besuchen einer Internetseite, um sich den Banditen auszuliefern. Durch spezielle Programminhalte auf Webangeboten, sogenannte Active X- oder Java-Komponenten, gelingt es den Hackern, unbemerkt Schadsoftware auf dem Computer des Nutzers zu installieren. "Sobald ein Rechner infiziert ist, besteht die Gefahr, dass der Nutzer sämtliche Informationen, die für ihn persönlich hochsensibel sind, verliert", erklärt Kriminaldirektor Peter Stamm, zuständig für Internetverbrechen beim Bundeskriminalamt (BKA).
Wieso bemerke ich die Attacke nicht?
Die Seiten, auf denen sich jeder schädliche Programme einfangen kann, haben nicht unbedingt kriminellen Hintergrund. Neulich etwa verwiesen die Nachrichtenseiten der ARD kurze Zeit auf solche Webangebote aus China, berichtet der Sicherheitsdienstleister Avira. Die Hacker missbrauchen dann Sicherheitslücken in vorhandener Software, etwa den Navigationsprogrammen Internet Explorer oder Firefox, um Schädlinge auf dem heimischen Rechner unterzubringen. Diese Fehler in den Programmen sind oft sogar noch den Herstellern von Antivirenprodukten unbekannt, so dass auch diese keinen Alarm schlagen. Im Hintergrund protokollieren die Schadprogramme Tastatureingaben in Kombination mit den besuchten Internetseiten und leiten diese Informationen unbemerkt an die Kriminellen weiter.
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Griechenland und die Euro-Zone
Wer vornehmlich lesen, schreiben, surfen und mailen will (oder Computer für Dritte kaufen soll, die keine Windows-spezifischen Anwendungen benötigen), sollte im Zweifelsfall entweder zum kommenden Asus Eee PC 900 greifen (einer festplattenlosen, schicken "Surfmaschine", die es mit einem soliden Linux, OpenOffice und Firefox für 400 Euro geben wird) oder - wenn es ein "ausgewachsener" Computer sein soll - einen Mac nehmen. Nicht, weil Apple-Produkte auf geheimnisvolle Weise unverwundbar wären (sind sie sicher nicht), sondern weil hier auf der Basis eines soliden Unix-Kerns Betriebssystem und Anwendungen das haben, was auch Amerikaner "Gestalt" nennen. Es gibt weit weniger aus Schlampigkeit oder konzeptionellem Murks resultierende Sicherheitslücken als bei der Konkurrenz aus Redmond, und zumindest heute sind Macs aufgrund ihres geringeren Marktanteils nicht das Primärziel böser Buben (was sich ändern mag).
Ansonsten sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die größte Sicherheitslücke vor dem Rechner sitzt - Stichwort "Social Hacking". Wer zu gutgläubig ist, zu schnell zugreift/klickt oder die eigenen Daten nicht protegiert, muss die Folgen ebenso akzeptieren wie ein naiver Tourist im Gedränge einer fremden Großstadt.
Teilweise geht der Betrug viel viel einfacher.
Ein Webshop streicht die Bezahlung ein, und liefert einfach keine Ware.
Dann geht er bankrott und das Insolvenzgericht erkennt die Forderungen nicht an.
So einfach geht das - mit Unterstützung der deutschen Justiz.
Eine Betrugsanzeige bei der Polizei wurde ignoriert.
Der Inhaber ist fein raus und macht wahrscheinlich dann erstmal Urlaub in der Karibik.
Der ehrliche Kunde hat das Nachsehen.
Es mag ja sein, das die Gangster Tricks brauchen. Aber der normale User braucht keine Tricks, sondern nur ein gut geschnürtes Sicherheitspaket (Stichworte: Firewall, antiVirus, antiSpam) und vor allem eine gewisse Vorsicht. Wer davon ausgeht, daß es auch im Internet nichts umsonst gibt, ist schon mal auf dem richtigen Weg. Und wer dann auch noch die Texte liest, zu denen er seine Zustimmung gibt, ist noch einen Schritt weiter. Ganz zu schweigen davon, daß es nur ganz wenige Gründe gibt, den eigenen Namen und die Adresse anzugeben.
Aber solange PC im Supermarkt verkauft werden und die Käufer glauben, das Produkt ist so leicht zu handhaben wie eine Banane, solange wird es Leute geben, die auf die Tricks von Betrügern hereinfallen.