Von David Wolski

Seit Dezember 2004 digitalisiert Google in Zusammenarbeit mit den größten Bibliotheken der USA mehrere Millionen Bücher. Europa hat Angst, den Anschluss zu verlieren und kontert mit einer eigenen Initiative.

Google hat sich Großes vorgenommen: In einer Kooperation mit fünf Bibliotheken in den USA möchte der Suchmaschine-Betreiber den Inhalt mehrerer Millionen Bücher für die Online-Recherche zugänglich machen.

In Kooperation mit  PC-Welt

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Europäische Bibliotheken haben Angst, dass bei der wachsenden Popularität digitalisierter Inhalte die eigenen Buch-Bestände an Bedeutung verlieren könnten.

Neunzehn nationale Bibliotheken haben sich zu einer Initiative zusammengeschlossen, um eine europäische Konkurrenz zur Buchsuche von Google aufzubauen. In einem Projekt, das mehrere Millionen Euro kosten soll, möchten Bibliotheken in Europa ebenfalls ihre Bestände ins Netz bringen. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten sie ihre Unterstützung für eine "umfangreiche Digitalisierung des europäischen Kulturerbes".

Unterzeichnende der Erklärung sind Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, die Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. Auch die Britische Nationalbibliothek hat Unterstützung angekündigt.

Frankreich fürchtet Kulturimperialismus

Die Initiative für den Aufstand der Bibliothekare gegen Google kam aus Frankreich: Der Leiter der Französischen Nationalbibliothek Jean-Noel Jeanneney wittert im Google-Projekt Kulturimperialismus der USA. Seine Befürchtung: Andere Sprachen als Englisch gerieten mittelfristig ins Hintertreffen. Das ganze Weltbild künftiger Generationen könnte durch Amerikanische Dominanz definiert werden, so seine harschen Worte.

Bereits im Dezember 2004 begann Google eine Kooperation mit fünf großen Bibliotheken in den USA, um deren Buchbestand zu digitalisieren. Mit dabei sind Harvard, Stanford, University of Michigan, University of Oxford, und die New York Public Library.

Teilweise lassen sich die gescannten Bücher schon über www.google.com über eine Volltextsuche nach passenden Stellen durchforsten. Es genügt, dem Suchbegriff das Präfix "book" voranzustellen.

Links zu einzelnen Seiten erfasster Druckwerke erscheinen auf der Ergebnisseite an oberster Stelle neben einem Bücher-Symbol. Erstmals tauchten diese unscheinbaren Links ohne große Ankündigung Mitte März 2005 auf.

Werke, die sich im Public Domain befinden, stehen Seite für Seite vollständig online. Der Zugang zu urheberrechtlich geschützten Bücher ist auf ein paar Seiten begrenzt. Das Projekt soll etwa 10 Jahre laufen.

Der erfasste Bestand bei Google ist aber nicht nur englischsprachig, es finden sich beispielsweise auch Bücher in französischer und deutscher Sprache. Eben je nach dem, was die teilnehmenden Bibliotheken gelagert haben.

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(PC-Welt)