Der Wettstreit zwischen Google und Facebook dreht sich nicht nur um Nutzerzahlen: Es geht auch darum, wo künftig das Zentrum unseres Internetdaseins liegt.
Mark Zuckerberg dürfte in der vergangenen Nacht schlecht geschlafen haben: Noch vor wenigen Tagen feierte er den sechsten Geburtstag seines Portals Facebook und verkündete, dass sich dort inzwischen 400 Millionen Nutzer registriert hätten; am Dienstag stellte Google mit "Buzz" einen neuen Dienst vor, der viele Facebook-Ideen integriert und über den Maildienst Gmail bereits bis zu 170 Millionen möglicher Nutzer hat.
Google möchte nun auch Facebook angreifen: Dabei geht es auch darum, wo wir künftig unsere Informationen unterbringen (© Foto: Reuters, AP, iStock. Montage: sueddeutsche.de)
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Beide Ereignisse liegen so nah beisammen, dass der Februar 2010 durchaus als Wendepunkt in der Geschichte der sozialen Netzwerke gelten dürfte: Vorbei sind die Zeiten, in denen Facebook mit Portalen wie MySpace oder StudiVZ konkurrierte. Längst sind diese Duelle entschieden: Die Formel Facebook-Profil gleich Online-Identität, sie gilt derzeit nicht nur für die jüngere Generation als Internet-Gesetz.
Facebook hatte Erfolg, weil die Verantwortlichen den Begriff "Plattform" radikal interpretierten: Indem sie die Seite bereits vor Jahren für Fremdinhalte und -programme öffneten, wurde die Seite zur Bühne für das gesamte Web, aber auch für das reale Leben. Aus dem Netz sind es Videos oder Links, aus der realen Welt Anekdoten oder Befindlichkeiten, welche die Mitglieder mit ihren Freunden teilen möchten und deshalb ständig in den Facebook-Nachrichtenstrom pumpen.
Staubsauger unter sich
Diese Kommunikation seiner Mitglieder treibt das Portal an. Sie macht es dabei zu einem gigantischen Staubsauger und die Facebook-Nutzer zu einem mächtigen wie unberechenbaren Mitspieler bei der Verteilung von Links und Aufmerksamkeit.
Das konnte Google, dem größten Staubsauger des Internets, nicht gefallen: Google entwickelt seine Kraft aus den Daten, die es sammelt und in eine bestimmte Ordnung bringt. Doch die Suchmaschine zeigt mir nur, was ich auch finden möchte - der Reiz der sozialen Distribution von Informationen liegt darin, auf interessante Dinge aufmerksam zu werden, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie suche.
Mit Google Buzz hat das Unternehmen nun endgültig einen solchen menschlichen Filter in sein System integriert. Nicht dies ist das eigentlich Wegweisende, sondern der Kanal, in den Google die Informationen von Freunden und Kontakten einspeist: Das E-Mail-Postfach, das nun zur Inbox unseres Lebens werden soll.
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Na dann bekommen ja Communities wie Facebook und http://www.goolive.de kräftig Konkurrenz. Allerdings finde ich die automatische Freundesliste nicht gut. Wer will schon seine Firmenkontakte in seiner Freundesliste haben???
Ich denke aber das wird ein großes Ding...
es wird kein erfolg ..... facebook ist viel mächtiger und beliebter ausserdem haben die jungs von google es verpasst. genauso wie MS das geschäft mit suchmaschinen verpasst hat usw. ausserdem wenn google buzz nur mit verbindung von gmail anbietet ... ich zb werde ich es nicht mal mitbekommen. weil ich nie auf google seite gehe damit ich meine mail checke.... dafür gibts thunderbird ..etc etc ..
schönen abend noch
Messerscharfe Analyse in dem Artikel. Alle Menschen ohne Profil im Internet sind eigentlich nicht da. Eines Tages wechsel ich von Facebook zu Google. Mit meinem iPad. Auf der Couch. Dann war ich FB und bin dann Google.