Google will schon lange mehr sein als eine Suchmaschine. Jetzt gab der Gigant in New York seine Mobilfunkpläne bekannt. Mit an Bord: die Telekom.

Der amerikanische Internetkonzern Google steigt in das Mobilfunkgeschäft ein. Der Marktführer bei Internet-Suchmaschinen Google, die Telekom, der Elektronikkonzern Motorola und weitere führende Unternehmen der Branche bis hin zu China Mobile in Peking haben eine Allianz zur Entwicklung neuartiger Mobilfunkgeräte geschlossen.

Google erweitert sein Tätigkeitsfeld und steigt ins Mobilfunkgeschäft ein. (© Foto: AP)

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Offenbar gedacht als Antwort auf Apples iPhone, das am Freitag auch in Deutschland auf den Markt kommt, gaben die Unternehmen am Montag ihre Pläne in Mountain View, Kalifornien, und in Bonn bekannt.

Die neue Softwareplattform unter der Bezeichnung Android soll die vom Internet her gebräuchlichen Anwendungen, basierend in erster Linie auf einem vollwertigen Web-Browser, auf mobile Geräte bringen, wie es Apple mit dem iPhone bereits vormacht. Die Entwicklungsumgebung wird als offene Lizenz allen Entwicklern und Geräteherstellern ohne Gebühren zur Verfügung stehen, wie Google-Chef Eric Schmidt in einer Telefon-Pressekonferenz erläuterte.

Jeder Interessent könne sich dem Projekt anschließen, zu dem sich bisher 34 Unternehmen weltweit unter der Bezeichnung "Open Handset Alliance" zusammengefunden haben. Ein erstes Entwicklungspaket soll bereits in der nächsten Woche an Softwareprogrammierer und Hardwarehersteller ausgeliefert werden.

Telekom-Chef René Obermann stellte in Aussicht, dass erste Geräte für mobilen Internetzugang auf der Basis von "Android" schon im Laufe des nächsten Jahres in den USA und in Europa auf den Markt kommen sollten.

Es gehe dabei nicht um die Vermarktung eines einzelnen "Google Phone", wie in Medienberichten spekuliert worden sei, sagte Google-Chef Eric Schmidt. "Unsere Vision ist, dass eine leistungsfähige Plattform tausende von verschiedenen Mobiltelefonen hervorbringen wird."

Er hoffe, dass schon bald Hunderte von Geräten auf dieser Basis in die Läden kämen. Die neue Technologie solle die Art verändern, wie Menschen in Zukunft auf Information zugreifen und sie austauschen.

Die offene Plattform soll nach Angaben der Unternehmen eine schnellere und weitaus billigere Entwicklung neuer Mobilfunkgeräte ermöglichen. Obermann betonte, T-Mobile verfolge schon seit Jahren das Konzept des mobilen Internets.

Die neue Plattform werde neuartige Anwendungen und Dienste ermöglichen, darunter Dinge, die heute noch nicht einmal erfunden seien. Einzelheiten über die Vermarktung solcher Dienste sollten in den nächsten Monaten veröffentlicht werden.

In der Allianz sind Unternehmen aus den USA, Europa, Japan, Taiwan, und sogar aus der Volksrepublik China vertreten. Dazu gehören neben Google, Telekom, Motorola und China Mobile auch eBay, Intel, LG, NTT DoCoMo, Samsung, Telecom Italia und Telefónica.

Mit der geplanten Allianz attackiert Google vor allem den Softwarekonzern Microsoft, der sich von seinem Handy-Betriebssystem üppige Gewinn verspricht. Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia beteiligt sich bislang nicht an der von Google initiierten Allianz.

Über die Mobilfunkpläne von Google war seit Wochen heftig spekuliert worden. Google dominiert bereits das Geschäft mit Internet-Werbung und stößt nun mit seinem Geschäftsmodell in den Mobilfunk vor.

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(dpa/AP/bavo/mri)