Google lichtet für sein Angebot "Street View" großflächig Straßen ab. Menschen auf den Fotos sollen jetzt unkenntlich gemacht werden - doch dabei läuft einiges schief.

Über dem Park Drive in New York scheint die Sonne. Touristen gönnen sich eine Fahrt mit der Pferdekutsche. Deutlich sind ihre fröhlichen Gesichter auf dem Foto zu sehen. Auch das Kennzeichen des Taxis auf der Nebenfahrbahn der Lincoln Avenue kann man in der höchsten Zoomeinstellung entziffern. Nur einer bleibt völlig inkognito: das Pferd.

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Zu sehen ist das Foto auf Google "Street View", einer Erweiterung des Landkarten-Programms Maps: Man klickt auf eine Straße und bekommt eine fotografische Ansicht gezeigt, die sich mit der Maus in alle Richtungen bewegen lässt. 43 US-Städte hat Google mittlerweile dokumentiert. In den nächsten Monaten soll der Dienst auch nach Europa kommen.

In den USA wird seit der Veröffentlichung erster Straßenansichten herbe Kritik an Google "Street View" geäußert. Auf den Fotos sind Passanten oder Nummernschilder von Autos häufig detailgenau erkennbar. Auch Hunde- und Katzenbesitzer haben ihren Liebling bereits im Internet entdeckt - eine Dame wird aufgeregt in der New York Times zitiert: "Demnächst fotografieren sie dann auch noch meine Bücher im Regal".

Jetzt hat Google auf die Kritik reagiert und damit begonnen, die Bilder zu bearbeiten. Gesichter sollen unkenntlich gemacht werden. Doch das ging bereits mehrfach schief. Anstatt wie auf dem Bild vom New Yorker Park Drive die in der Kutsche fahrenden Touristen unkenntlich zu machen und so deren Persönlichkeitsrechte zu wahren, hat ein Pferd sein Gesicht verloren.

Das Problem: Die Überprüfung der Bilder von Google Maps übernimmt ein automatisiertes Bilderkennungsprogramm. Nur die Stellen, die das Programm eindeutig als Gesicht erkennt, werden weichgezeichnet.

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(sueddeutsche.de/sam/mri)