Gewalt in Computerspielen Mehr Aufregung, mehr Subkulturen
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- Gaming braucht Subkulturen
Viele Menschen spielen, aber nicht viele reden darüber. Nur in stillen Ecken sammeln sich Spieler, die leidenschaftlich über Spiele abseits des Mainstreams diskutieren. Dabei sind die Abweichler längst in der Mehrheit.
- Subkulturen brauchen Öffentlichkeit
Zu viele Menschen entdecken ein Juwel und glauben dann viele Jahre lang, sie hätten einen exotischen Einzelfall gefunden. Dass heute noch klassische Adventures entwickelt werden, dass es auf dem iPhone auch gute Spiele gibt, oder dass eine wachsende Bibliothek origineller Spiele für ein paar Euro auf jedem PC läuft, wissen viel zu wenige Menschen. Alle sind gefragt, das zu ändern.
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- Andere Gamer müssen sich aufregen
Aufregung haben wir online genug. Aber die Falschen leisten sie. Wir brauchen mehr Menschen, die sich eloquent gegen Verbotsforderungen wehren, statt mit Morddrohungen zu reagieren. Wir brauchen mehr Gamer, die im selben Satz ihr Medium in Schutz nehmen und bestimmte Spiele angreifen können. Wir brauchen mehr Kommentatoren, die den üblichen Verdächtigen auf ihrer Lieblingsspieleseite widersprechen.
- Andere Entwickler müssen sich präsentieren
Wer etwas Ungewöhnliches entwickelt, muss sich Öffentlichkeit erkämpfen. Das ist möglich. Als unabhängiger Entwickler kann man nicht EA und Activision nachahmen; aber Minecraft-Macher Markus Persson und Braid-Entwickler Jonathan Blow. Wer sich online sichtbar macht, auch ungefragt die eigene Meinung äußert und von sich aus jede Öffentlichkeit sucht, der kann dazu beitragen, dass seine Spiele gesehen werden. Das Publikum ist mehr als reif für andere Autoren, die sich ins Rampenlicht drängen, um ihre Ideen vorzustellen.
- Andere Journalisten müssen über Spiele schreiben
Klassische Gaming-Presse leistet wenig, außer Kaufberatung. Kulturjournalismus zu Videospielen findet kaum statt. Schon gar nicht in Deutschland. Uns bleiben nur Randspalten im Feuilleton. Wenn sich diese Berichte dann auch noch dem Shooter-Mainstream widmen, dann können sie nichts tun, als die kreative Erstarrung zu beschreiben. Die Journalisten, die seit Jahren versuchen, anders über andere Spiele zu schreiben, müssen endlich Platz dafür bekommen.