Der Patentstreit der IT-Riesen spitzt sich zu: Per einstweiliger Verfügung erwirkt Apple, dass Rivale Samsung sein Konkurrenz-Tablet Galaxy Tab 10.1 in den meisten Ländern der Europäischen Union vorerst nicht ausliefern darf. Das kalifornische Unternehmen hatte ein deutsches Gericht angerufen - ein taktisch kluger Schachzug.
Der koreanische Elektronikkonzern Samsung darf seinen Tablet-PC Galaxy in der EU nicht verkaufen. Dies habe ein Düsseldorfer Gericht verfügt, teilten Samsung und Konkurrent Apple, der die einstweilige Verfügung angestrebt hatte, mit. Ausnahme seien die Niederlande.
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Samsung Galaxy Tab 10.1 (rechts) und Apples iPad: Wie geschützt ist das Tablet-Format? (© REUTERS)
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Samsung kündigte an, gegen die Einstweilige Verfügung vorzugehen, die der iPad-Hersteller Apple am Landgerichts Düsseldorf erwirkt hatte. "Wir werden unser geistiges Eigentum in Deutschland und der ganzen Welt verteidigen", sagte Samsungs PR-Chef Kim Titus. Der umsatzstärkste asiatische Technologiekonzern will mit dem Galaxy die Dominanz von Apples iPad knacken.
Apple wirft Samsung vor, mit dem Galaxy Tab sein iPad zu kopieren und Schutzrechte zu verletzen. Dabei geht es um Geschmacksmuster, also das Design und die äußerliche Gestaltung des Tablet Computers, nicht um Ansprüche aus Apple-Patenten. Dies macht die Entscheidung so brisant: Im Umkehrschluss könnte dies bedeuten, dass Apple womöglich künftig die Auslieferung sämtlicher Tablet-PCs verbieten könnte, wenn diese dem iPad ähneln. Die Idee eines Tablet-Computers reicht allerdings weit hinter die Erfindung des iPads zurück.
In der Klageschrift heißt es, Samsung nutze den Ruf des iPads aus, bei dem es sich "um ein sehr bekanntes Produkt mit Kultstatus" handele (Aktenzeichen: 14c O 194/11). Eine genaue Analyse findet sich auf dem Blog Foss Patents.
Der Vertriebsstopp betrifft die gesamte Europäische Union bis auf die Niederlande. In den Niederlanden läuft ein weiteres Verfahren von Apple gegen Samsung. Apple hatte in Düsseldorf ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro oder eine Ordnungshaft bis zu insgesamt zwei Jahren beantragt, sollte Samsung der Verfügung nicht entsprechen.
Das Samsung Galaxy Tab 10.1 sollte nach bisherigen Planungen in diesem Monat in Deutschland auf den Markt kommen. Nach Einschätzung des deutschen Patent-Experten Florian Müller dürfte Apples Erfolg dazu führen, dass künftig noch mehr Handy-Patentstreitigkeiten in Europa und speziell in Deutschland ausgetragen werden. "In diesen Konflikten ist ganz entscheidend, wer zuerst eine Verfügung erwirken kann, und das ist in USA sehr langwierig, selbst vor der Internationalen Handelskommission der USA."
Beliebtes Landgericht
Bereits jetzt finde etwa die Hälfte aller europäischen Patentstreitigkeiten vor dem Landgericht Düsseldorf statt, das in Fachkreisen sehr Patentinhaber-freundlich eingeschätzt wird.
Der Streit zwischen den beiden Herstellern eskalierte im April, als Apple in den USA eine Klage gegen Samsung einreichte. Das koreanische Unternehmen reagierte mit einer Gegenklage, inzwischen streiten sie vor verschiedenen Instanzen in mehreren Ländern. In Australien hatte Apple einen ähnlichen Antrag wie in Deutschland gestellt. Samsung sagte daraufhin eine angekündigte Produktvorstellung ab.
Samsung betonte, dass die einstweilige Verfügung ohne eine Anhörung des Unternehmens erlassen worden sei. Dies ist in Deutschland aber auch nicht vorgeschrieben, wie unter anderen Müller betonte. Aktuell überziehen sich die Akteure im Mobilfunk-Markt gegenseitig mit vielen Ideenklau-Klagen. Besonders im Visier steht dabei das Google-Betriebssystem Android, mit dem auch Samsungs Galaxy-Serie läuft.
Bereits im März hatte Apple auch den taiwanischen Hersteller HTC, einen führenden Anbieter von Android-Geräten, mit dem Vorwurf von Patentverletzungen verklagt. Android ist inzwischen die führende Plattform im Smartphone-Markt und könnte mit der Zeit auch zur Nummer eins im gesamten Handy-Geschäft werden.
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(sueddeutsche.de/dpa/joku/holz)
Kuriose Schilder (4)
Sie verstehen nicht oder?
Ich schrieb vond er allg. umschreibung eines Gerätes welches man in der Hand hält und damit telefoniert. Man hält es nicht mit den Füssen.
Hier geht es nicht um Techpatente sondern um einen schlechten Witz, der für den Kunden nur schlecht enden wird. Auch das kapieren Sie nicht. In Zukunft wird jeder Hanswurscht irgendetwas zum Geschmacksmuster erklären. Hier gehts um Geld.
Eine Klobürste hat nen langen Stiel und Borsten....
usw.
Traurig ist eher die Erkenntnis das angeblich fortschritliche Firmen auf sowas zurückgreifen anstatt mal mit Errungenschaften zu glänzen.
Lion war wohl doch nicht so der Kracher.
wenn sehr allgemeine Design-Grundsätze als Alleinstellungsmerkmal herangezogen werden. Abgerundete Ecken dürfte etwa jeder Anwender unabhängig vom Gerät zu schätzen wissen.
Andererseits sind asiatische Firmen dafür berühmt/berüchtigt, dass sie etablierte Produkte, die sie verdrängen möchten, erst mal in fast allen Elementen kopieren und damit auf dem Markt eindringen möchten. Gerichtsvollzieher auf Handwerksmessen können ein Lied davon singen.
Soweit ich es anhand der Bilder beurteilen kann, sind die Abmessungen, Rahmen und Radien höchst ähnlich gewählt.
Hätte andererseits Samsung sich wirklich von Apple abheben wollen, wäre es ihnen freigestanden, gerade die Radien in den Ecken und/oder die Rahmenbreite explizit anders zu wählen, evtl. auch gezielt poppige Farben einzusetzen. Dann wäre es Apple schwer gefallen, den Kopievorwurf durchzubringen.
Und wenn Plagiate bei Doktorarbeiten schlecht sind, dann können sie nicht bei Geräten etwas Gutes sein, nur weil es sich um eine große Firma handelt!
P.S.: Derzeit brauche ich von keiner Firma ein solches Gerät, nur weil's ein relativ neues Gimmick ist. Mittelfristig werden die aber sicherlich interessant.
sahen die Motorolas aus wie iPhones?
Wenn ja, hätte Motorola Apple verklagen könnne, vorrausgesetzt sie hätten ein Designpatent.
eigentlich ist die Sache eine simple Patentklage, ich weiß nicht, was daran nicht zu verstehen ist? vermutlich wollen die meisten hier dass auch nciht verstehen, Hauptziel ist doch eh nur bashing.....
Vor drei Jahren hatte ich mir das C902 von Sony Ericsson gekauft. Also, als das iPhone 4 auf den Markt kam, musste ich schon sehr schmunzeln. Das hat nämlich den selben Style. Glänzend schwarz, ein an den Ecken in vergleichbarem Radius abgerundeter metallischer Frame aussenrum (etwas scharfkantiger fährt Porsche Design ja seine Linie) - naja. Also die aktuelle Begründung von den Apfelleuten ist hahnebüchern und ich hoffe mal, daß das nach hinten losgeht.
" Die Gesamterscheinung der zwei oben gezeigten Produkte ist fast identisch, weil das GalaxyTab 10.1 alle unterscheidungskräftigen Elemente der Ausstattung des iPad 2 kopiert:
(i) ein rechteckiges Produkt mit vier gleichmäßig gerundeten Ecken;
(ii) eine flache, klare Oberfläche, welche die Vorderseite des Produkts abdeckt;
(iii) die Ansicht einer metallischen Einfassung um die flache, klare Oberfläche;
(iv) ein Display, welches unter der klaren Oberfläche zentriert ist;
(v) unter der klaren Oberfläche befinden sich deutliche, neutrale gehaltene Begrenzungen auf allen Seiten des Displays; und
(vi) wenn das Produkt eingeschaltet ist, farbige Icons innerhalb des Display "
Ohne Worte.
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