Geheimdienst BND verbessert seinen Spam-Filter

Überwachungskameras im Eingangsbereich zum Gelände des BND in Pullach bei München.

850.000 Telefonate, E-Mails, SMS und Faxe soll der BND im Jahr 2012 abgehört haben. Ein Erfolg für den Nachrichtendienst: Er kämpft nicht mehr mit so viel Spam. Relevante Treffer sind trotzdem rar.

Der Bundesnachrichtendienst, kurz BND, hat im Jahr 2012 insgesamt 851.691 E-Mails, Telefonate, Faxe und SMS abgehört. Diese Zahl zitiert die Welt aus der Vorabfassung eines Berichts an das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags. Es soll die Geheimdienste kontrollieren.

Diese Vielzahl an abgefangenen Informationen ist aufgrund von Schlüsselwörtern im Schleppnetz des BND hängengeblieben. Die sogenannte "strategische Kontrolle" erfolgt automatisch. Was genau eine Überwachung auslöst, ist geheim. Die Treffer analysiert der Geheimdienst anschließend. Deutsche dürfen per Gesetz von der Überwachung nicht betroffen sein, deswegen filtert der für die Auslandsaufklärung zuständige BND E-Mails mit der Endung .de und Telefonnummern mit der Vorwahl +49 aus.

Nach der Analyse bleiben nur wenige Treffer übrig, die als "nachrichtendienstlich relevant" eingestuft werden. Auf der Suche nach Atomwaffen und anderen Rüstungsgeschäften blieben laut Welt beispielsweise rund 849.000 Konversationen im Filter hängen. Nur 107 stufte der Geheimdienst anschließend als relevant ein. Laut Welt suchte der BND mit mehr als eintausend Suchbegriffen nach "internationalem Terrorismus". 1804 digitale Unterhaltungen wurden daraufhin abgefangen. 137 wurden als nachrichtendienstlich relevant eingestuft.

Immerhin bekommt der BND seinen Spam-Filter besser in den Griff. 2010 blieben mehr als 37 Millionen Unterhaltungen im Datenstaubsauger hängen. Nur 213 von ihnen waren relevant. Der BND entschuldigte dies mit einer "weltweiten Spamwelle", unter der der Filter gelitten habe. Auch 2011 war die Ausbeute nicht allzu groß: Von 2,9 Millionen abgefangenen Verbindungen blieben nach der Prüfung 290 übrig. Der Geheimdienst habe das "automatische Selektionsverfahren" weiter optimiert, heißt es der Welt zufolge nun im Bericht.

Laut einem Reporter von Spiegel-Online enthält der Bericht an das Parlamentarische Kontrollgremium zudem kein Wort über die Aktivitäten des US-Geheimdienstes NSA. Der Verfassungsschutz in Bund und Ländern ist für die Abwehr ausländischer Nachrichtendienste zuständig.