Ein wirksamer Schutz vor Fakern gerade bei der Partnersuche sei es auch, dem Gegenüber viele Fragen zu stellen und sich die Antworten zu notieren. Zeigen sich Widersprüche, ist Skepsis geboten. "Gibt der Kontakt zum Beispiel an, in Leipzig zu wohnen, kann mir aber keine Weggeh-Tipps geben, ist das verdächtig", sagt Felicitas Heyne. "Und natürlich ist es sinnvoll, im Internet zu suchen und zu schauen, was man so über seine neue Bekanntschaft findet."
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In diesem Zusammenhang kann sich auch ein Besuch der englischsprachigen Seite fakersbusted.com lohnen. Dort gibt es eine zuletzt bereits 800 Bilder umfassende Sammlung mutmaßlicher Fake-Profile.
Doch wirklich ausgebuffte Profil-Fälscher dürften mit derartigen Tricks nicht so schnell zu enttarnen sein. Sie sind Heyne zufolge am ehesten daran zu erkennen, dass sie irgendwann versuchen, sich aus den unterschiedlichsten Gründen Geld zu leihen: "Von der kranken Oma bis zur Begründung, sie wollten sich gerne mit ihrem neuen Kontakt treffen, hätten aber kein Geld für die Fahrt, ist alles dabei."
Das eigene Ich aufpolieren
Ein Umstand spielt den Betrügern in die Karten: "Fallen Leute darauf rein, schämen sie sich meist zu sehr, um Anzeige zu erstatten", sagt die Diplom-Psychologin. Um sicherzugehen, sollte man bei allen Internet-Kontakten, an denen man ernsthaftes Interesse hat, deshalb irgendwann auf ein persönliches Treffen bestehen. "Sträubt sich die Person mehrere Male, hat sie scheinbar was zu verbergen."
Wer befürchtet, einem Fake aufgesessen zu sein, hat in den meisten sozialen Netzwerken eine Melde-Funktion zur Verfügung. "Wir treten dann mit dem gemeldeten Profilinhaber in Kontakt und lassen uns gegebenenfalls eine Kopie des Personalausweises schicken, um die Identität zu überprüfen", so Dirk Hensen von VZ-Netzwerke in Berlin - das Unternehmen betreibt zum Beispiel StudiVZ. Enttarnte Fake-Profile würden sofort gelöscht.
Nicht in jedem Fall sind es allerdings verwerfliche Absichten, die die Fälscher antreiben: "Gerade in sozialen Netzwerken oder Chats geht es darum, das eigene Ich aufzupolieren", sagt Heiko Rittelmeier. Hinzu komme eine gewisse Lust daran, Macht über andere zu haben, sagt Felicitas Henye. "Das ist wie in einem Krimi, wo Sie der Regisseur sind und als einziger wissen, wie das Ganze ausgehen wird."
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(dpa/Jan Kluczniok/jobr)
Da wird eine Gefahr aufgebauscht (Wer ist schon so blöd und gibt einem bis dahin virtuellen Internet-Kontakt Geld für eine Fahrkarte?) - und dann stellt man sich als Retter dar. Macht doch auch der Schäuble tagtäglich. Wir bezahlen ihn sogar noch dafür.
Zitat:"Doch diese beruhigende Entwicklung scheint nicht in das Bewusstsein der Bürger zu dringen. Wie Christian Pfeiffer, Michael Windzio und Matthias Kleimann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen anhand einer Repräsentativbefragung (die Studie Die Medien, das Böse und wir. Zu den Auswirkungen der Mediennutzung auf Kriminalitätswahrnehmung, Strafbedürfnis und Kriminalpolitik erscheint in der Januar-Ausgabe der Monatsschrift für Kriminologie) ermittelten, liegen die Bundesbürger bei ihrer Einschätzung des Kriminalitätsgeschehens meilenweit daneben. Ausgehend von Zahlen der PKS von 1993 zu bestimmten Straftaten sollten die Befragten deren Entwicklung einschätzen. Was dabei zutage kam, hat die Wissenschaftler einigermaßen erschüttert: Die Befragten unterstellten einen starken Anstieg bei allen Delikten. Je gravierender und emotionalisierender die Tat, umso höher lag die Fehleinschätzung: Beim Wohnungseinbruch betrug sie das Zweieinhalbfache, beim Mord das Doppelte und beim vollendeten Sexualmord sogar das Sechsfache."
Aus: www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18724/1.html