Auch die Alten haben die Spielewelt für sich entdeckt. Zur Games Convention haben sie gleich ihren Wohnwagen mitgebracht. Und nebenan zocken die Kleinen friedlich Kreativspiele.
Behutsam zieht der siebenjährige Lukas den Stift über das elektrische Zeichenbrett. Rote Kreise, schwarze Linien. Mehr Farben hat Lukas noch nicht zur Verfügung. Der böse Doktor Grau hat sie gestohlen. Nun versucht der Junge sie zurück zu holen, indem er mit seinem ergonomischen Computerstift kreative Zeichenaufgaben löst. Colorelli heißt das Spiel, das Lukas begeistert.
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Lukas (7, links) und Florian (11) testen das Kreativspiel "Colorelli". (© Foto: Jan Söfjer)
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In diesem Bereich der Leipziger Games Convention, GC-Family genannt, dreht sich alles um Spiele bei denen Kinder auch etwas lernen können und darum, wie man sie sinnvoll mit dem Computer und dem Internet vertaut macht. Das Spiel Colorelli wurde von der Firma Wacom in Zusammenarbeit mit Pädagogen, Kinderbuchautoren und Psychologen entwickelt.
"Wir wollen die Kinder gezielt an den Rechner führen", sagt Stefan Kirmse, Marketingdirektor der Wacom Europe GmbH. Diese könnten so ihre Kreativität ausleben und etwas Produktives tun, anstatt sich mit gehaltlosen Spielen die Zeit zu vertreiben.
Probleme mit der Maus
Heike Keller, Lukas' Mutter, gefällt das Konzept. "Mit dem Zeichenbrett können Kinder ihre Koordination verbessern", erklärt die Grundschullehrerin die Vorteile. Außerdem fiele ihrem Sohn, der Umgang damit leichter als mit einer PC-Maus.
"Sein älterer Bruder Florian hat damit keine Schwierigkeiten", erzählt sie. Er ist elf und mag am liebsten Rennspiele. Damit es nicht überhand nimmt, habe sie aber ein Auge auf die Zeiten, die ihr Sohn vor dem Rechner verbringt und auch darauf, "was er spielt".
Damit gehört Heike Keller nicht zum Durchschnitt. Denn "viele Erwachsenen wissen gar nicht, was ihre Kinder da spielen oder wie sie damit umgehen sollen", sagt Uwe Helmes von der Initiative diepaedagogen.de. Mit seinen Kollegen vertritt er an der anderen Hallenseite die Bundeszentrale für politische Bildung.
Manche Erwachsenen wissen nicht nur, was ihre Kinder spielen, sondern auch nicht, dass ihre Eltern spielen - beziehungsweise, dass sie überhaupt spielen. Längst sind auch die Älteren vom digitalen Zeitvertrieb begeistert. Katja Wombacher ist eine von ihnen. "Seit einem dreiviertel Jahr spiele ich regelmäßig mit Freunden oder Bekannten", plaudert die 53-Jährige, in einer Umgebung, die man hier nicht erwarten würde.
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- Games Convention 2006 Scharfschüsse 26.08.2006