Peter Molyneux erfand Spiele wie Populous, Dungeon Keeper und Black&White und wurde so zu einer Ikone ganzer Spielergenerationen. Mit Jürgen Schmieder spricht er über Dinge, über die er nicht sprechen darf - und über gute und böse Jungs.
Bis 1989 bestand die Computerspiellandschaft aus Sportsimulationen und Space-Shootern. Dann kam Populous heraus und revolutionierte die Videospielszene. Verantwortlich für das Spiel war Peter Molyneux. Für seine Verdienste um die Branche wurde er Anfang des Jahres mit dem Order of the British Empire ausgestattet.
Game-Guru Peter Molyneux. (© Foto: Molyneux)
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Seit über 16 Jahren fasziniert er die Zocker nun mit immer neuen Ideen - und seit über 16 Jahren können die Menschen seinen Namen nicht aussprechen. Es ist an der Zeit, das zu ändern.
sueddeutsche.de: Mister Molyneux, wie spricht man denn nun Ihren Namen aus: Mo-li-nö oder Mou-li-niu?
Molyneux: Eigentlich Mou-li-niu, aber im Laufe der Jahre habe ich so viele Variationen gehört, dass ich es selbst nicht mehr so genau weiß. Wissen Sie was: Nennen Sie mich Peter!
sueddeutsche.de: Also gut: Peter. Sind Sie nun ein guter oder ein böser Junge?
Molyneux: (lacht) Eine gute Frage. Es hängt ganz von meiner Tagesform an - manchmal gut, manchmal richtig angepisst. Eigentlich bin ich schon ein netter Kerl, aber ich bin der allerschlimmste Mensch, wenn ich am Computer sitze und spiele.
sueddeutsche.de: All die Gemeinheiten in Ihren Spielen stammen also von Ihnen...
Molyneux: Nur die hundsgemeinen. Und die ganz lieben.
sueddeutsche.de: Für eine Menge Menschen sind sie eine Art Jugendfreund. Ich war 10 bei Populous, 14 bei Syndicate, 18 bei Dungeon Keeper. Sie haben die Fantasie meiner Jugend bestimmt!
Molyneux: Ist das wirklich so? Darüber habe ich nie nachgedacht. Das ist ja toll. Und das Lustigste daran: Ich habe so etwas nie geplant. Ich habe nie gesagt: Hey, ich mache jetzt Computerspiele. Ich wollte nicht verhungern, also musste ich arbeiten. Und jetzt habe ich den besten Job auf der Welt. Es ist einfach brillant.
sueddeutsche.de: Und dann kam Black&White, gerade als ich 21 war. Ich musste mich entscheiden: Sollte ich ein guter Junge sein und Bankier werden wie mein Vater oder sollte ich zu den Bösen gehen?
Molyneux: Na, eigentlich haben Sie ja die gute Seite gewählt, weil Sie nicht zu einer Bank gegangen sind...
sueddeutsche.de: Ja, ich sitze hier mit Ihnen und rede über Ihr neues Spiel The Movies.
Molyneux: Noch eine gute Entscheidung! Wenn ich auch nur gute Entscheidungen treffen könnte, würde ich ein gutes Spiel nach dem anderen auf den Markt bringen. So aber muss ich auf Inspiration warten. Wissen Sie, wie ich auf The Movies gekommen bin? Ich bin am 5. Januar 2002 morgens um 5 Uhr aufgewacht und habe mir gedacht: Wow! Ein Spiel über Filme, die Geschichte von Filmen, die Stars. Ich habe sofort meine Freundin aufgeweckt.
sueddeutsche.de: Die begeistert war...
Molyneux: Nein, ganz im Gegenteil. Ich erzähle ihr von der Idee, den Filmen, dem Spiel. Und sie hätte mich fast geschlagen und hat gesagt: 'Wegen so einem Quatsch weckst Du mich auf?' Dann hat sie weitergeschlafen.
sueddeutsche.de: Das Spiel haben Sie trotzdem gemacht.
Molyneux: Natürlich. Ich bin sofort in mein Büro gegangen und habe gesagt: Wir müssen dieses Spiel unbedingt machen! Es geht darum, dass man im Spiel einen kompletten Film selbst drehen kann: Story, Casting, Schnitt. Alles kann der Spieler bestimmen, auch die Stimmen und die Musik selbst gestalten. Er kann sogar einen Schauspieler betrunken ans Set schicken - was nicht unbedingt schlecht für den Film sein muss...
sueddeutsche.de: Sind diese Filme dann für den privaten Gebrauch geplant?
Molyneux: Nein, ganz im Gegenteil. Wir haben Testfilme gesehen, die haben eine beeindruckende Qualität. Also werden wir eine Web-Site ins Leben rufen, auf der jeder Spieler seine Filme hochladen kann. Dann wird abgestimmt, welche die besten sind.
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Surfrider Beach in Malibu