Der Navigations-Anbieter Garmin hat seinem Navigationsgerät nüvi 550 schon eine Kompassanzeige mitgegeben. Das Unternehmen aus Gräfelfing (Bayern) bewirbt es als "Allround"-Modell für die Verwendung im Auto, beim Wandern oder Wassersport. Um das Gerät im Outdoor-Modus nutzen zu können, muss sich der Anwender allerdings eine zusätzliche topografische Freizeit- oder Wanderkarte kaufen.

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Professionelle Outdoor-Geräte haben diese bereits an Bord. Über das übliche Straßennetz sei in der Darstellung gewissermaßen eine topografische Karte gelegt, erklärt ADAC-Experte Schmaler. Darin würden Höhenlinien, Flüsse und Brücken angezeigt. Die Ortungsgenauigkeit liege bei zwei bis fünf Metern. "Diese Dinger funktionieren recht gut. Aber man muss sich beim Wandern den Weg noch selber suchen. Das Gerät sagt nicht: An der dritten Tanne rechts."

"Routing" auf Rad- und Wanderwegen

Bei der neuen Garmin-Karte "Topo Deutschland v3" im Maßstab 1:25 000 für GPS-Geräte soll im Prinzip auch das möglich sein. Sie ermöglicht nach Herstellerangaben das "Routing" auf Rad- und Wanderwegen. Ähnlich der Handhabung eines Straßennavis erlaube sie eine geführte Navigation zu Fuß. Der Nutzer muss den Angaben zufolge nur Start und Ziel eingeben. Das Gerät soll dann automatisch die Route berechnen, auf der dann visuelle "Abbiegehinweise" zum Ziel führen.

Navigon hat sich bei seiner Handy-Fußgängernavigation für einen anderen Ansatz entschieden. "Wir wollen den typischen Stadtplan ersetzen", sagt Gerhard Mayr. Wer damit durch die Stadt läuft, habe ja auch keine "Abbiegehinweise", nach denen er sich richtet. Wegen des instabileren GPS-Signals, das bei Schritttempo "hüpfen" kann und nicht auf den Meter genau ist, zeigt ein Kreis an, wo sich der Nutzer ungefähr befindet. Die Route ist laut Mayr die Ideallinie zwischen Start und Ziel, der man beliebig folgen kann.

Oft scheitert die Fußgängernavigation aber aus ganz anderen Gründen, hat die Unternehmensberatung Sirvaluse aus Hamburg herausgefunden. Die Firma analysiert die Benutzerfreundlichkeit von technischen Produkten und hat vor kurzem eine Smartphone-basierte Fußgänger-Navigationsanwendung untersucht. Dabei sollten die Probanden eine Umkreissuche nach einem Restaurant bewerkstelligen und sich dorthin führen lassen, erläutert Pressesprecherin Silja Harm.

"Es war schon schwierig für die Probanden, nachzuvollziehen, wie die hinterlegten Gedankenstrukturen sind - ihre eigenen waren ganz anders", sagt Harm. Entsprechend schwer sei ihnen die Bedienung gefallen. Auch die Eingabemöglichkeiten seien kompliziert gewesen.

"Der Komfort war nicht der, den die Leute vom Auto her gewohnt waren. Die Hersteller müssen noch in vielen Bereichen nachbessern." Laut ADAC-Experte Schmaler sollten Verbraucher derzeit von der Fußgängernavigation aber auch noch nicht zu viel erwarten. Die Geräte seien im Prinzip ok, aber noch weit entfernt von der Perfektion. "Zur Orientierung in einer fremden Stadt ist es ausreichend", sagt Schmaler - und die Geräte seien allemal besser als ein Stadtplan aus Papier, bei dem der Besucher auch nicht weiß, wo er ist.

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(dpa, Felix Rehwald/mri)