Freies Betriebssystem Unglaubliche Vielzahl von Geräten

Dass sich Linux an eine unglaubliche Vielzahl von Geräten anpassen lässt, dass es auf Supercomputern ebenso funktioniert wie im Autoradio, das ist eine seiner größten Stärken, aber nicht die einzige. Die zweite rührt von der Art und Weise her, in der es entsteht. Seit 2005 haben mehr als 8000 Programmierer von mehr als 800 Firmen aus aller Welt Vorschläge eingereicht, wie der Linux-Kern verändert werden könnte.

15 Millionen Zeilen Programmier-Code kamen so zustande, das ist tausendmal so viel wie Homers "Ilias". Alle Vorschläge müssen ein mehrstufiges Filterverfahren passieren, bevor Änderungen in die nächste Version aufgenommen werden. Für mehr als 100 Bereiche des Kernsystems gibt es Verantwortliche, das letzte Wort aber hat immer Linus Torvalds.

Kein Betriebsgeheimnis

Die dritte Stärke von Linux ist die Voraussetzung dafür, dass die weltweite Kooperation überhaupt funktionieren kann: seine Offenheit. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass ein Computer Programme nicht so verarbeitet, wie Menschen sie schreiben.

Sie müssen erst umgewandelt werden. Diesen Vorgang aber kann man nur begrenzt rückgängig machen - daher kennen zum Beispiele nur wenige außerhalb von Microsoft den Source-Code, also die Zeilen, die die Programmierer von Windows oder Word ursprünglich geschrieben hatten. Denn Microsoft und viele andere Software-Firmen hüten ihren Source-Code streng: Betriebsgeheimnis.

Bei Linux ist es andersherum. Jeder, der Linux weitergibt, muss den Source-Code mit seinen Änderungen wieder zur Verfügung stellen. Wer Linux oder andere freie Software nur selbst verwendet und nicht weitergibt, muss keinerlei Lizenzpflichten erfüllen. Wer sich auskennt, kann also sofort sehen, was wie gemacht wurde und einen besseren Vorschlag einreichen. Auf diese Weise sind schon viele sehr innovative Programme entstanden, zum Beispiel Hadoop, eine Software, mit der sich riesige Datenbestände effektiv durchsuchen lassen.

Kein Wunder, dass die Liste der Mitarbeiter an Linux sich liest wie das Who's who der Branche. Auf dieser Liste hat auch Linus Torvalds einen festen Platz. Finanzielle Sorgen muss er sich schon lange keine mehr machen. Von Firmen, die dank seiner Software Erfolge feierten, erhielt er Aktienoptionen, außerdem finanzieren sie die Linux-Stiftung. Dort tut Torvalds, was er am liebsten tut: an Linux arbeiten.