Sensoren mit Bildflächen bis zum Kleinbildformat liefern heute bereits Auflösungen von über 20 Megapixel. Bis über die dreifache Pixelzahl erreichen Chips im 6 x 4,5 cm großen Mittelformat. Die Hersteller digitaler Spiegelreflexkameras bringen neben den weit verbreiteten Modellen mit Sensoren im APS-C-Format nun auch Kameras mit hochauflösenden Vollformatsensoren heraus.
Fünf Tage lang können sich Fotofans auf der Photokina in Köln austoben. Eine Tageskarte kostet zwischen 16 und 28 Euro. (© Foto: Photokina)
Anzeige
Objektivtausch bei Kompaktkameras
Auch Praktisches soll es geben - denn so manche filigrane Kamera würde bei einer Urlaubsreise in den Wüstensand fix den Geist aufgeben. Outdoor-Fans müssen dennoch nicht auf den Fotospaß unter Extrembedingungen verzichten, denn mehrere Unternehmen haben besonders robuste Modelle ins Programm aufgenommen, die einen Sturz aus geringer Höhe ebenso überstehen wie einen längeren Ausflug in eine sandige Gegend. Auch für Unterwasserfotografen wird die Palette der Geräte immer größer.
Nicht nur die Kameras werden intelligenter, sondern auch die Bilddatensätze - die enthalten künftig sowohl die Informationen über alle Aufnahmeparameter als auch die Koordinaten des Aufnahmestandpunkts. Über ein integriertes WLAN-Modul können Fotos direkt in Internetalben geladen werden, die mit Datenbanken - quasi elektronischen Reisführern - verbunden sind.
Doch neben "mehr drin" und "hübschem Drumherum" vermelden die Hersteller auch echte Neuerungen. Dazu gehört ein Wechselobjektiv-System für Nicht-Spiegelreflexen, das Olympus und Panasonic als offenen Standard vorstellen. Mit "Micro FourThirds" sollen nun auch bei Kompaktkameras Objektive ausgetauscht werden können, wie man es beispielsweise vom (rein manuellen) Leica-M-System kennt. Über einen Adapter lassen sich auch FourThirds-Spiegelreflexobjektive anschließen.
Panasonic geht zudem mit der Kompaktkamera Lumix LX3 einen Weg gegen den Trend: 10 Megapixel auf einem vergleichsweise großen Sensor - das soll für rauscharme Bilder sorgen. Die Displays bei den Kompaktkameras werden zudem nicht nur größer, sondern auch schärfer - bis zu 460.000 Pixel bringen sie inzwischen auf den Schirm. Die Hersteller testen überdies vereinzelt gestenerkennende Touchscreens, wie es etwa Apples iPhone. Auch ganz neuartige Bedienungsweisen gibt es an den Ständen zu bestaunen: die wasserfeste Outdoor-Kamera µ 1050 SW von Olympus lässt sich durch Klopfen an verschiedene Gehäuseseiten bedienen.
Neuerungen bei den Spiegelreflex-Kameras
Die meiste Bewegung ist derzeit im Spiegelreflex-Sektor zu beobachten: Aus dem Hause Sony soll es mit der Alpha 900 mit Vollformat-Sensor und 24 Megapixeln eine Neue geben, die sowhl für Profis als auch für Amateure interessant sein kann. Nikon hat bereits das gehobene Amateurmodell D90 vorgestellt, das auch vertonte High-Definition-Videos aufzeichnen kann - mit all den kreativen Möglichkeiten, die weit öffnende Spiegelreflex-Objektive bieten. Die 12-Megapixel-SLR mit APS-C-Sensor soll 969 Euro kosten.
Canons Neuheit ist die EOS 50D, die oberhalb der weiterhin lieferbaren 40D angesiedelt ist: Der Canon-eigene CMOS-Sensor im APS-C-Format (Crop-Faktor 1,6) liefert 15,1 Megapixel - bei Bedarf in der Serienbildfunktion über sechsmal pro Sekunde, ermöglicht durch einen neuen Bildprozessor namens Digic-IV.
Doch damit nicht genug: "Camcorder, mit denen sich nicht nur Laufbilder aufnehmen lassen, werden immer kleiner und leichter, warten mit Funktionen aus der Kameratechnik auf, zeichnen die Bildinformationen auf Festplatte oder DVD auf", sagt Clauß. Größere Zoombereiche seien bei den Camcordern ebenso zu finden wie intelligente Automatiken, eine größere Anzahl an Motivprogrammen und neue Sensortechnologien.
Viel Drumherum für Fotofans
Und: Rund um die Fotografie hat sich ein riesiger Markt etabliert, der Platz für allerlei Produkte und Dienstleistungen bietet. Zu den Tools, die digitale Hobby-Fotografen benötigen, gehören beispielsweise Bildbearbeitungsprogramme für den Computer. Namhafte Software-Hersteller präsentieren auf der Messe ihre Neuheiten.
Zudem sind Fotodienstleister präsent, die unter anderem ihre Fotobücher präsentieren, die vielleicht irgendwann das klassische Fotoalbum zum Einkleben ablösen könnten. Digitale Bilderrahmen dürfen ebenfalls nicht fehlen, sind sie doch bei den Verbrauchern ausgesprochen beliebt. Die neuesten Modelle können mehr als nur die Lieblingsfotos anzuzeigen. Sie verfügen über Internet-Zugänge und können bei Bedarf aktuelle Wetterberichte einblenden.
Der Eintrittspreis für die photokina beläuft sich wochentags für die Tageskarte auf 28 Euro. Wochenend-Tickets sind für 16 Euro an der Tageskasse zu haben. Darüber hinaus bietet die Messe Zweitages- und Dauerkarten zu verschiedenen Tarifen an. Geöffnet ist die Veranstaltung in der Koelnmesse täglich von zehn Uhr bis 18 Uhr.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
- Fotos gedruckt Bilderbuch in Eigenregie 16.09.2008
- Kameraentwicklung Pixelrennen zum Alleskönner 12.09.2008
- Rahmenprogramm Von der Kult-Lomo bis zur Riesenkamera 10.09.2008
- Studie zur Fotografie Deutschland - Knipserland 16.09.2008
(sueddeutsche.de/pir)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt