sueddeutsche.de: Gibt es da einen bestimmten Trick?

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von Senftleben: Wichtig ist Empathie. Also, bei SMS sollte man niemals "LG" am Ende schreiben. Das steht in Flirtangelegenheiten für Langweiler. Es zeigt, dass ich mich überhaupt nicht mit meinem Gegenüber beschäftige und ist völlig unoriginell. Und man muss beim Flirten individuell sein. Was wunderbar funktioniert, ist seine Befindlichkeit am Ende der SMS mit dem vorletzten Wort in einem Wort zusammenzufassen. Also wenn man vor dem ersten Date aufgeregt ist, dann schreibt man "Aufgeregt: Katja". Das ist die sanfteste Form von Originalität plus Selbstoffenbarung. Das zieht, weil es so prägnant ist.

sueddeutsche.de: Liegt die Hemmschwelle bei SMS und E-Mail niedriger, weil es eine vermeintliche Anonymität gibt?

von Senftleben: Bei einer SMS ist da ja nicht so - da weiß man ja, wer der Adressat ist. Wenn die Hemmschwelle da gering ist, sollte man sie wieder heraufsetzen. SMS sollten gerade wegen des Öffentlichkeitsaspekts sehr sorgfältig formuliert werden.

sueddeutsche.de: Ist es schwieriger, per SMS oder E-Mail zu flirten, als wenn man sich persönlich gegenübersteht?

von Senftleben: Nein, nein. Aber Liebe zu wecken ist anspruchsvoll und muss erlernt werden. Man muss anfangen, seinen Wortschatz zu überarbeiten. Die Sprache ist der Weg über den wir zur Liebe kommen. Je sprachgewandter man ist, je direkter man mit Worten agieren kann, desto mehr Liebe kann man auf schnellere Weise wecken.

sueddeutsche.de: Wie macht man das?

von Senftleben: Sich für Worte zu sensibilisieren geht über simple Spiele wie spitze Worte, stumpfe Worte. Und dann kann man ganz einfach trainieren, Synonyme zu finden. Ich gebe in meinen Seminaren oft als Hausaufgabe in zwei Wochen 20 Worte für "sanft" zu finden. Die ersten drei schreiben sie ganz schnell hin, aber dann geraten sie schon ins schwanken. Doch wenn sie die Aufgabe wirklich durchziehen, dann fruchtet die Regel ganz schnell.

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  1. "Man muss spitz sein"
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