Tablet-Computer "Surface" Microsofts nächster Angriff auf das iPad

Microsoft startet einen neuen Versuch, Apples iPad Konkurrenz zu machen: Der Flachcomputer "Surface" bietet einige ungewöhnliche Funktionen - Kritiker zeigen sich positiv überrascht.

Microsoft wagt den neuen Anlauf: Der Software-Konzern hat einen eigenen Tablet-Computer vorgestellt. Mit dem "Surface" genannten Gerät begibt sich Microsoft in Konkurrenz zum iPad von Apple. Nachdem eine Reihe von Windows-7-Flachcomputern verschiedener Hersteller auf dem Markt gescheitert waren, baut das Unternehmen die Hardware nun selbst.

Microsoft-Chef Steve Ballmer mit dem "Surface"-Tablet: Die Schutzhülle wird zur Tastatur.

(Foto: Bloomberg)

Das "Surface"-Tablet kommt in zwei Versionen: Eine ist für den Heimgebrauch gedacht, die andere für den professionellen Einsatz mit dem gleichen Betriebssystem wie PCs. Beide werden mit dem in wenigen Monaten erscheinenden Betriebssystem Windows 8 betrieben.

Die Geräte besitzen ein 10-Zoll-HD-Display. Die Version für den Heimgebrauch ist mit 9,33 Millimetern einen Hauch dünner als das iPad von Apple und wiegt mit rund 680 Gramm ein bisschen mehr. Die Pro-Variante ist 13,5 Millimeter dick und wiegt gut 900 Gramm. "Doch es ist wie ein richtiger PC", sagte Microsoft-Manager Michael Anguilo bei der Präsentation.

Microsoft konzentriert sich im Marketing vor allem auf zwei Features, wie ein am Montag veröffentlichtes Video zeigt. "Surface" verfügt über einen "Kickstand", der das Gerät aufrecht halten soll. Er kann an der Rückseite des Tablets ausgeklappt werden.

Kritikerlob, doch keine Angabe zum Preis

Die zweite Besonderheit ist ein sogenanntes "TouchCover", das nicht nur das Display schützt, sondern ausgeklappt auch als Tastatur dient. Im ausgeklappten Zustand hat das Tablet eher Ähnlichkeit mit einem Laptop. Die Pro-Version kann nicht nur mit Berührungen von Fingern, sondern auch mit einem elektronischen Stift bedient werden.

Den Preis gab der Microsoft-Chef Steve Ballmer noch nicht bekannt. Die Tablets sollen zusammen mit Windows 8 auf den Markt kommen. Kritiker, die das Gerät bereits für einige Minuten ausprobieren durften, finden meist lobende Worte: "Das Tablet scheint fantastisch", schreibt Matt Burns von Techcrunch, "aber es ist eher ein ernstes Gerät, als etwas zum Spielen." "Surface ist handwerklich gut gemacht, sieht gut und stabil aus und mit Liebe zum Detail entwickelt", heißt es bei Engadget.

Mit dem eigenen Tablet fordert Microsoft potentiell auch seine engsten Hardware-Partner wie Samsung und Hewlett-Packard heraus - ein Zeichen dafür, dass Microsoft im Tablet-Markt selber Akzente setzen möchte. Es wird erwartet, dass sich der Absatz von Tablet-Computern in den kommenden beiden Jahren verdreifachen wird. 2013 dürfte ein Jahresabsatz von 180 Millionen Geräten erreicht werden.