Luksch: Unter jeder Kamera muss sich laut Gesetz ein Hinweis finden, wer die Kamera installiert hat. Das kann die Polizei, ein Geschäft oder eine Privatperson sein. Tatsächlich wird das aber kaum so gehandhabt. Aber bei einer Kamera über einem Geldautomaten konnte ich annehmen, dass sie zum jeweiligen Geldinstitut gehört.

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sueddeutsche: Wie haben die Betreiber der Kameras auf Ihre Anfragen reagiert?

Luksch: Mit schockierender Ignoranz des Datenschutzgesetzes. Anfragen scheiterten, weil Bänder verlegt wurden oder Daten angeblich gelöscht wurden. Oder man hat einfach die Legitimität meiner Anträge in Frage gestellt. Die Betreiber der Videokameras sind verpflichtet sicherzustellen, dass beim Aushändigen der Bilder die Privatsphäre Dritter gewahrt bleibt. Das geschieht meist, indem ihre Gesichter durch dunkle Ovale abgedeckt werden.

Diese Nachbearbeitung ist kostspielig, darf aber an den Betroffenen nicht weiterverrechnet werden. Und das machte es für viele Betreiber zusätzlich unattraktiv, meine Anfragen korrekt zu beantworten.

sueddeutsche: In welchem Zustand waren die Filme, die sie erhalten haben?

Luksch: Die Palette der Datenträger reichte von VHS bis CDs mit Bilddatenbanken, die nur über eine zusätzliche Software abgespielt werden konnten. In einem Fall erhielt ich Ausdrucke aller Einzelbilder, die Köpfe der anderen Personen waren ausgeschnitten: Präzise, kleine Löcher auf Hunderten Seiten. Zwischen die Seiten war ein Kündigungsbrief einer Angestellten gerutscht. Vielleicht besteht ja ein Zusammenhang zwischen der Kündigung und dem Job die Köpfe auszuschneiden?

Auch der Zustand der CCTV-Anlagen sorgte für eine unterschiedliche Bildqualität. Manchmal war nur Vogelschmutz auf der Linse zu sehen.

sueddeutsche.de: Haben die schlechten Aufnahmen Ihre Arbeit beeinträchtigt?

Luksch: Nein. Das Konzept des Films ist es, dass das Verdeckte genauso wichtig ist, wie das kristallklar abgebildet. Außerdem helfen die zahlreichen schlechten Aufnahmen, den Mythos der effizienten CCTV-Technologie zu demontieren.

 (sueddeutsche.de/bön)

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(Mitarbeit: Meike Strüber)