Festnetz-Verträge Telekom hebt Drosselung auf

Das Logo der Telekom.

Wer eine Flatrate hat, soll wirklich unbegrenzt surfen können. Die Deutsche Telekom reagiert auf die harsche Kritik ihrer Kunden und schafft die Tempobremse bei DSL-Flatrates ab. Dafür möchte das Unternehmen neue Volumentarife einführen.

Die Telekom reagiert auf ein Gerichtsurteil sowie harsche Proteste ihrer Kunden und hebt alle Drosselungen von DSL-Flatrates für Festznetzkunden auf. Diesen Kurswechsel kündigte Niek Jan van Damme, der Chef von Telekom Deutschland, an.

Konkret heißt das: Das Unternehmen streicht eine umstrittene Klausel aus Neuverträgen, die seit Mai gelten. In der Klausel wurde vereinbart, dass der Internetzugang von Kunden gedrosselt - also künstlich verlangsamt - wird, sobald der Kunde pro Monat mehr als 75 Gigabyte verbraucht.

Ab dem 6. Dezember werde diese Klausel darüber hinaus in Neuverträgen nicht mehr zu finden sein. Am Prinzip der Volumentarife hält die Telekom jedoch fest.

"Wir wollen verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen", sagte Van Damme. Deswegen werde die Telekom in zukünftigen Verträgen "nur noch da mit dem Begriff Flatrate werben, wo auch eine Flatrate drinsteckt". Es sollen auch in Zukunft Flatrates angeboten werden, die jedoch teurer sein werden.

Der Konzern folgt damit dem Urteil des Kölner Landgerichts, das im Oktober entschieden hatte, dass eine Einschränkung der Surfgeschwindigkeit in Pauschaltarifen unzulässig sei. Das Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung werde durch die Drosselung empfindlich gestört. Die Telekom will keine Berufung gegen das Urteil einlegen. (Das Unternehmen hat die Entscheidung aus seiner Sicht in einem Blogbeitrag ausgeführt.)

"Das ist kein Geschenk der Telekom, sondern das ist die Konsequenz des Urteils", sagte Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Verbraucherschützer hatten gegen die Drosselung geklagt. Die Ankündigung der Telekom schaffe aber Transparenz, gibt auch Bradler zu: "Wenn man eine Flatrate bucht, kann man sicher sein, dass man die auch bekommt."

Noch keine Preise für Volumentarife

Zu den Volumentarifen teilte das Unternehmen mit, dass es nur fair sei, wenn Nutzer, die mehr Leistung beanspruchen, auch mehr zahlen würden. Der Konzern verweist auf notwendige und teure Investitionen in die Netzinfrastruktur, die bezahlt werden müssten.

Wie genau die preisliche Ausgestaltung sein wird, also welche Tarife es geben wird und wie viel diese monatlich kosten werden, darüber könne zu diesem Zeitpunkt noch keine Auskunft gegeben werden. Geplant sei jedoch, die entsprechenden Tarife spätestens in zwölf Monaten einzuführen.

Die Pläne der Telekom, die Geschwindigkeit von Internet-Anschlüssen zu drosseln, waren im April bekannt geworden, und empörten viele Kunden. In sozialen Netzwerken und Blogs wurde die Telekom daraufhin als "Drosselkom" verspottet. "Wir haben mit Kritik gerechnet", so die Telekom, "aber das Ausmaß hat uns überrascht." Die Antwort ist nun klar: ein geordneter, teilweiser Rückzug.