Fehler in Software-Update Samsung-Fernseher spielen ungefragt Werbespots

  • Nutzer moderner Fernseher von Samsung beklagen sich über unerwünschte Werbeeinblendungen.
  • Die TV-Geräte hatten von sich aus Pepsi-Spots in Filme eingeblendet, die Zuschauer zum Beispiel von einer Festplatte aus abgespielt haben.
  • Hersteller Samsung entschuldigt das mit einer Software-Panne.

Nutzer von Samsung-Fernsehern empört über Werbespots

Wer einen Spielfilm im Privatfernsehen anschaut ist es gewohnt, dass er regelmäßig für Werbung unterbrochen wird. Wer den Film auf einem modernen TV-Gerät abspielt, etwa über einen Streaming-Dienst oder als digitale Datei, die auf einer Festplatte gespeichert ist, erwartet hingegen: keine Werbeunterbrechungen. Das erklärt die Empörung, mit der zahlreiche Nutzer von Samsung-Fernsehern derzeit in verschiedenen Internetforen darüber berichten, dass ihnen in den vergangenen Tagen Werbespots von Pepsi eingeblendet wurden.

"Bei jedem Film, den ich abspiele, wird nach 20 bis 30 Minuten der Pepsi-Spot eingeblendet", schreibt ein Nutzer bei Reddit. Bei sechs verschiedenen Filmen habe er dieses Phänomen beobachtet. Ein weiterer Nutzer verweist darauf, zum Abspielen von Filmen die Software "Plex" genutzt zu haben, mit der die Nutzer Filme aus verschiedenen Quellen auf ihren Fernseher übertragen können. Auch Kunden des australischen Netz- und Pay-TV-Anbieters Foxtel klagen auf der Website des Anbieters über unerwünschte Pepsi-Werbung.

Die Einblendungen stammen vom TV-Gerät selbst

Vermutungen, dass die Ursache für die unerwünschten Werbeunterbrechungen bei der Medien-Software "Plex" und der Smart-TV-App von Foxtel zu suchen ist, waren rasch widerlegt: ein Foxtel-Sprecher betonte, "es scheint sich dabei um ein Problem bei Samsung zu handeln." Man arbeite mit dem TV-Hersteller an einer raschen Lösung. Das Portal GigaOm zitiert einen Plex-Sprecher damit, seine Firma habe "nichts damit zu tun." Vielmehr liege es an Samsungs TV-Geräten und deren eigener Software.

Mittlerweile hat sich Hersteller Samsung bei seinen Kunden entschuldigt. Die Einblendungen wurden "offenbar durch einen Fehler hervorgerufen. Samsung hat hierzu unverzüglich gründliche Nachforschungen mit höchster Priorität gestartet", teilte der Konzern mit. Ein Softwareupdate, das nicht für die australischen Markt vorgesehen gewesen sei, habe diesen Fehler ausgelöst. Die deutsche Samsung-Niederlassung betont, dem Konzern seien bislang lediglich Fälle in Australien bekannt.

Hersteller wollen im Werbegeschäft mitmischen

Dass solche Funktionen grundsätzlich verfügbar sind - auch wenn sie derzeit noch nicht zum Einsatz kommen sollen - zeigt aber, dass Gerätehersteller wie Samsung langfristig durchaus erwägen, auf TV-Geräten selbst Werbespots zu vermarkten, unabhängig von der Herkunft der Inhalte. Sie wollen das Werbegeschäft nicht mehr nur Sendern und Programmanbietern überlassen, sondern selbst davon profitieren. Im Januar 2014 etwa war erstmals bekannt geworden, dass Samsung mit dem Onlinekonzern Yahoo zusammenarbeitet und mit Einblendungen ins laufende Programm zu experimentierte, die für einen Yahoo-Service warben.

Samsung TVs auch wegen Spracherkennung umstritten

Die Werbe-Panne ist schon der zweite Aufreger, mit dem Samsung in den vergangenen Tagen für Irritationen unter seinen Kunden sorgt. Gerade erst war öffentlich diskutiert worden, dass neue, internetfählige TV-Modelle, die über eine Sprachsteuerung verfügen, die Gespräche in ihrer Umgebung permanent mitschneiden und zur Auswertung an Drittanbieter übertragen.

Eine unglückliche Formulierung in den Geschäftsbedingungen hatte für Empörung gesorgt: Samsung hatte dort gewarnt, wer besonders sensible Dinge vor seinem Fernseher bespreche, solle sich der Aufmerksamkeit der TV-Geräte bewusst sein. Der Konzern sah sich schließlich zur Klarstellung gezwungen, dass die Funktion durchaus abgeschaltet werden könne - und nur bei bestimmten Funktionen Sprachaufzeichnungen tatsächlich weitergegeben werden.