EU-Wettbewerbsverfahren Google will Suchergebnisse transparenter darstellen

Der Vorwurf: Google soll Suchergebnisse zu seinen Gunsten manipuliert und Dienste anzeigt haben, die das Unternehmen selbst anbietet. Im Wettbewerbsverfahren vor der EU hat der Konzern jetzt ein Entgegenkommen angeboten - und will seine Suche transparenter machen.

US-Konzern Google hat im Streit um die Anzeige von Suchergebnissen eine bessere Aufklärung der Internetnutzer angeboten. Die EU-Kommission teilte in Brüssel mit, dass die Vorschläge des Konzerns nun Konkurrenzfirmen vorgelegt würden, die dazu ihre Meinung abgeben sollen. Nach einem Monat kann dann die Kommission entscheiden, ob die Vorschläge von Google für rechtlich bindend erklärt werden und die EU den Fall zu den Akten legt.

In dem EU-Wettbewerbsverfahren geht es vor allem um den Verdacht, dass Google Suchergebnisse zu seinen Gunsten manipuliert haben soll. Konkret geht es um Suchen nach anderen, spezialisierten Suchdiensten, die Google auch selbst betreibt, beispielsweise Suchdienste für Restaurants.

Google hat nun der Kommission zufolge unter anderem angeboten, "die Links zu seinen eigenen spezialisierten Suchdiensten zu kennzeichnen, damit die Nutzer sie von natürlichen Online-Suchergebnissen unterscheiden können". Die Ergebnisse, die zu Googles eigenen Diensten führen, sollten demnach zum Beispiel durch Rahmen abgesetzt werden.

Die EU-Kommission fordert von Google Veränderungen mit Blick auf die dominierende Position bei der Internet-Suche mit bis zu 90 Prozent Marktanteil. Die Untersuchungen waren vor mehr als zwei Jahren von Google-Konkurrenten wie Microsoft und spezialisierten Suchmaschinen wie dem Reisedienst Expedia angestoßen worden. Die US-Kartellwächter hatten Ende vergangenen Jahres kein Fehlverhalten von Google gesehen und ihre Ermittlungen eingestellt.