EU: einheitliche Kabelstecker Viele Handys, ein Ladegerät

Wer künftig ein neues Handy kauft, muss nicht mehr jedes Mal ein neues Ladegerät erwerben: Mobiltelefon-Hersteller haben sich EU-weit auf einheitliche Kabelstecker geeinigt.

Von Cerstin Gammelin

Noch bevor er ein Wort gesagt hatte, reckte EU-Industriekommissar Günther Verheugen an diesem Montag in Brüssel seine Hände mit mehreren kleinen schwarzen Geräten in die Höhe. "Das ist ein Ärgernis", rief er in den Pressesaal. "Allein in meinem Schreibtisch habe ich sechs verschiedene Ladegeräte für Handys gefunden."

Es gibt allein 30 verschiedene Stecker für Handys.

(Foto: Foto: AP)

Dass jedes Mobiltelefon ein eigenes, spezielles Ladegerät brauche, damit sei nun bald Schluss, kündigte Verheugen an. Gedrängt von der Europäischen Kommission, hätten sich führende Handyhersteller auf einen einheitlichen Standard für Ladegeräte geeinigt. "Unser Ziel ist es, dass alle Handys mit demselben Ladegerät bedient werden können", sagte Verheugen.

Die erste Generation der neuen Mobiltelefone, die nicht mehr nur mit einem bestimmten Kabelstecker geladen werden können, soll im kommenden Jahr auf den europäischen Markt kommen. Wer dann ein neues Gerät kaufe, muss nicht mehr jedes Mal ein neues Ladekabel erwerben. Verheugen lobte die Vereinbarung der Hersteller als "gutes Beispiel, dass die Selbstregulierung der Industrie funktioniert".

Andernfalls hätte die Europäische Kommission den einheitlichen Standard per Richtlinie durchsetzen müssen. Zu den Unterzeichnern der gemeinsamen Erklärung gehören die Anbieter Apple, LG, Motorola, NEC, Nokia, Qualcomm, Research in Motion, Samsung, Sony Ericsson und Texas Instruments. Sie decken etwa 90 Prozent des Marktes in der Europäischen Union ab.

Künftig sollen die Ladegeräte durch sogenannte Micro-USB-Stecker kompatibel gemacht werden. Solche USB-Buchsen werden bisher genutzt, um Daten zu übertragen. Ein Viertel aller Mobiltelefone ist bereits damit ausgestattet.

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