Von Helmut Martin-Jung

Spielen, Kommunizieren, Hausaufgaben erledigen: Für Kinder gehört der Computer ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Wie der Nachwuchs das Internet nutzt - und wie lange Kinder im Schnitt vor der Kiste hocken.

Familien mit schulpflichtigen Kindern kommen ohne einen eigenen Computer mit Internetanschluss kaum noch aus. Weil die Geräte mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit werden, geben die Lehrer schon mal als Hausaufgabe auf, ein Thema im Internet zu recherchieren. Doch nicht nur deshalb gehören schon Kinder im Grundschulalter zu den regelmäßigen PC-Nutzern.

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Kinder wachsen mit dem Computer auf - besonders für ältere Kinder ist das Internet ein wichtiger Lebensbestandteil. (© Foto: ddp)

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Bereits Neun- bis Zehnjährige gehen drei- bis viermal die Woche ins Internet, vor allem, weil sie dort Entspannung suchen: Spaß, Spiel und Kommunikation. Dieser Trend, so ergab eine von der Europäischen Kommission in Auftrag gegebene Studie aus dem vergangenen Jahr, lasse sich quer durch ganz Europa beobachten.

Mädchen nutzen das Internet demnach annähernd gleich stark wie Jungen, allerdings anders: Während Buben sich meistens auf wenige Aktivitäten konzentrieren und die jüngeren unter ihnen nahezu ausschließlich spielen, kommunzieren Mädchen über das Netz. Bei den älteren Mädchen steigt dann der Anteil derjenigen, die das Internet oft für die Schule nutzen.

Nur noch acht Prozent ohne Computerzugang

Nur noch acht Prozent der Zehn- bis 19-Jährigen in Deutschland haben keinen Zugang zu einem Computer, heißt es in einer im März dieses Jahres veröffentlichten Studie des Münchner Marktforschungsinstitutes Iconkids & Youth. 43 Prozent der Schüler besitzen sogar einen eigenen Rechner. Vor allem Jungen über 16 beraten demnach oft ihre Eltern, wenn es um Computer und Internet geht.

Surfen im Internet ist für die etwas älteren Kinder ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Schon die Zwölf- bis 14-Jährigen gaben in der EU-Studie an, sie seien mehrmals pro Woche für jeweils zwei, drei Stunden online. Manche, vor allem die Anhänger von Online-Spielen wie beispielsweise "World of Warcraft", sehen sich sogar als abhängig an, weil sie täglich drei bis fünf Stunden vor dem Computer sitzen.

Zu vertretbaren Kosten ist das nur möglich durch die sogenannten DSL-Flatrates, also Pauschalpreise für die leistungsfähigen Internetzugänge, bei denen oft sogar das Telefonieren im deutschen Festnetz eingeschlossen ist. Knapp 69 Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen nach Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) bereits über einen solchen schnellen und preisgünstigen Internetanschluss.

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(SZ vom 27.06.2008/sma)