Ersatz durch Skype Windows Live Messenger droht das Aus

Microsoft will laut einem Medienbericht den Betrieb des Sofortnachrichten-Programms Windows Live Messenger einstellen. In den kommenden Monaten soll es offenbar durch Skype ersetzt werden.

Geht jetzt ein Stück Internetgeschichte zu Ende? Laut Informationen des amerikanischen Technologie-Blogs The Verge stellt der IT-Konzern Microsoft den Betrieb des populären Instant-Messaging-Dienstes Windows Live Messenger ein. Das Programm werde "in den kommenden Monaten" durch Skype ersetzt, schrieb The Verge unter Berufung auf mehrere ungenannte Quellen. Bereits in Kürze werde Microsoft das Ende auch offiziell bekanntgeben.

Microsoft wollte den Bericht am Montagabend auf Anfrage von Süddeutsche.de zunächst nicht bestätigen. Der Windows Live Messenger war jahrelang vor allem in Europa populär: Laut Unternehmensangaben kommunizierten noch im Juni 2009 monatlich mehr als 330 Millionen Menschen via Live Messenger. Microsoft hatte den Windows Live Messenger 1999 unter dem Namen MSN Messenger auf den Markt gebracht, 2005 hatte das Unternehmen den Namen geändert.

Mit der zunehmenden Popularität sozialer Netzwerke, die im Regelfall auch über eine Chat-Funktion verfügen, sank in den vergangenen Jahren die Bedeutung von Instant-Messaging-Programmen. Zudem sind auf Smartphones und Tablets neue Konkurrenzprodukte wie etwa WhatsApp zum Trend geworden.

Für Branchenbeobachter käme ein mögliches Ende des Dienstes wenig überraschend. Microsoft arbeitet schon seit Monaten daran, die Infrastruktur des 2011 für 8,5 Milliarden US-Dollar aufgekauften Sprachdienstes Skype auf die zeitgemäßere Messenger-Infrastruktur umzubauen. Ein künftiger Dienst könnte technisch auf dem Live-Messenger-Protokoll basieren, aber optisch aussehen wie Skype.

Schon jetzt sollen achtzig Prozent der Skype-Nachrichten über das Messenger-Protokoll abgewickelt werden. Das letzte Live Messenger-Update hatte Microsoft im März ausgespielt. Ein weiterer möglicher Hinweis auf den bevorstehenden Umbau: Skype-Nutzer haben neurdings die Möglichkeit, sich nicht nur mit einem Facebook-Account, sondern auch mit einem Microsoft-Account einzuloggen.

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