Ebay soll einem Niederösterreicher 16.000 Euro Schadenersatz zahlen - weil ein Anbieter insolvent war, das Internet-Auktionshaus ihn aber als seriös einstufte.
Es sei sein Lebenstraum gewesen: Einmal das Ersparte mit Händen greifen, in Form eines Barrens aus purem Gold. Für einen Elektroinstallateur aus Niederösterreich sollte dieser Traum im September 2007 wahr werden.
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Ebay-Becher: Die Beschwerden über die Auktionsplattform häufen sich. (© Foto: AP)
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Er informierte sich im Internet über verschiedene Anbieter, entscheid sich für den deutschen Händler "ML-Agentur" und stellte fest, dass er das meiste Gold fürs Geld erhalten würde, wenn er dessen Angebot im Internetauktionshaus Ebay nutzte.
Schließlich erschien er ihm vertrauenswürdig. weil Ebay den Händler als "Platin-Premium-Seller" führte - ,ein Gütesiegel für besonders zuverlässige Verkäufer. Mit 4000.00 Euro im Monat war der Händler zudem einer der Umsatzstärksten der Plattform. Am Ende stand der Käufer mit leeren Händen da, um mehr als 16000 Euro ärmer.
Beschwerden häufgen sich
Wenn es nach dem Landgericht im österreichischen St. Pölten geht, soll er sein Geld zurückbekommen. Und zwar nicht von dem inzwischen insolventen Verkäufer, sondern von Ebay.
Das Unternehmen soll den Kaufpreis samt Zinsen ersetzen. In den vergangenen Monaten häufen sich die Beschwerden, dass Kunden bei Ebay gezahlt, aber keine oder mangelhafte Ware erhalten haben. Das Urteil aus Österreich dürfte auch deshalb für deutsche Geschädigte interessant sein, weil ihm eine EU-Richtlinie zugrunde liegt, die Deutschland und Österreich gleichermaßen umgesetzt haben, erklärt der Frankfurter Anwalt für IT-Recht, Roland Steidle.
Anbieter wie Ebay dürften sich zwar darauf berufen, nur die Plattform zu liefern, auf der Käufer und Verkäufer einen Vertrag miteinander eingehen. Für Schäden haften sie trotzdem, wenn sich beweisen lässt, dass sie von Unregelmäßigkeiten gewusst, aber nichts dagegen unternommen haben.
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OB-Kandidatin Nallinger
"Man sei "erstaunt", dass das Gericht "das Bild des mündigen Verbrauchers" nicht in seine Urteilsfindung einbezogen habe." Was für eine Lächerliche Behauptung. Schließlich hält Ebay seine Mitglieder für zu dumm, Versandkosten selbst zu vergleichen, weshalb man diese Verkäufern vorschreibt. Der "mündige" Bürger sollte auch in der Lage sein, sich über Paypal zu informieren und deshalb wissen, dass er 16000 Euro besser zum Fenster rauswirft, bevor er es Paypal anvertraut.