Ebay Drei, zwei, eins ... Verlust

Schlechte Stimmung bei Ebay: Erst strich das Unternehmen Arbeitsplätze, jetzt müssen auch die Aktionäre mit hohen Verlusten rechnen. Das Auktionshaus erwartet ein mieses Weihnachtsgeschäft.

Der weltweite Konjunkturabschwung schlägt sich trotz eines Quartalsgewinns auch auf den Geschäftsausblick des Internet-Auktionshauses Ebay nieder. "Wir erwarten ein sehr schwieriges Weihnachtsquartal", sagte Ebay-Chef John Donahoe am Mittwochabend in San Francisco.

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Ebay: Das Online-Auktionshaus tut sich schwer mit Konkurrent Amazon.

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Der Konzern kürzte seine Umsatzprognose für seine gewöhnlicherweise stärkste Geschäftssaison und rechnet nun mit einem Gewinn im vierten Quartal deutlich unter den Markterwartungen. Im dritten Quartal kehrte Ebay indes wieder zu schwarzen Zahlen zurück.

Es gebe ein hohes Maß an wirtschaftlicher Unsicherheit und Unruhe am Absatzmarkt und dies habe Auswirkungen auf die Ausgaben der Verbraucher, erklärte Donahoe. "Wir spüren die Folgen an all unseren Plattformen." Dies werde sich bis in das kommende Jahr fortsetzen.

Boden an Amazon verloren

Branchenexperten äußerten sich von dem Ausblick enttäuscht und sahen in ihm eine Bestätigung dafür, dass Ebay von einer weltweiten Rezession schwer betroffen wäre. "Es ist wohl ein sehr schlechtes Signal für 2009", sagte Jeffrey Linsdsay vom Investmenthaus Sanford C. Bernstein. Die Zahlen zeigten, dass Ebay offensichtlich mehr Boden an den Rivalen Amazon und Online-Angebote von Unternehmen verliere, meinte Portfolio-Manager Ryan Jacob.

Für das dritte Quartal wies Ebay nach Börsenschluss einen Nettogewinn von 492 Millionen Dollar nach einem Verlust von 936 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum aus. 2007 war das Quartalsergebnis allerdings von Abschreibungen über 1,4 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit dem Kauf des Internet-Telefondienstes Skype belastet. Ohne den Sonderposten stand ein Gewinn von 564 Millionen Dollar.

Auf bereinigter Basis lag der Gewinn nun bei 46 Cent je Aktie, während Analysten 41 Cent erwartet hatten. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 2,12 Milliarden Dollar. Allerdings gingen die Erlöse dem Unternehmen zufolge bereits seit Mitte August zurück. Der Ausblick für das Schlussquartal, das wegen Weihnachten für Ebay Hochsaison bedeutet, fiel dementsprechend schlechter aus als erwartet.

Die Umsatzprognose schraubte der Konzern von 2,17 Milliarden Dollar oder 41 Cent je Aktie auf 2,02 Milliarden Dollar oder 39 Cent pro Anteilsschein herunter. Für das Gesamtjahr senkte Ebay seine Umsatzprognose auf 8,53 bis 8,68 Milliarden Dollar. Ursprünglich hatte der Konzern 8,8 bis 9,05 Milliarden Dollar angepeilt.

Auch die Anleger zeigten sich in einem ohnehin schwierigen Marktumfeld enttäuscht von dem Ausblick: Die Ebay-Aktien fielen nachbörslich um mehr als sechs Prozent, nachdem sie beim erneuten Einbruch der Wall Street bis Börsenschluss bereits 14 Prozent gesunken waren.