Von Helmut Martin-Jung

Dark Fire heißt die neue digitale Gitarre von Gibson, die sich automatisch selbst stimmt und am PC programmieren lässt. Wir waren mit ihr im Proberaum.

Was ein echter Musiker ist, der liest keine Handbücher. Das Faltblatt, das der neuen Gitarre der amerikanischen Instrumentenschmiede Gibson beiliegt, fasst sich denn auch kurz. Sehr kurz. Dabei verspricht die Dark Fire etwas, was noch keine Gitarre vor ihr konnte: Sie stimmt sich nicht bloß selbst - das konnte schon die Robot Guitar. Die Dark Fire ist ein wahres Klang-Chamäleon. Einfach Kabel rein und losspielen geht damit aber nicht. Vor den ersten wunderbaren Tönen steht das Aufladen des Akkus.

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Gibson's Dark Fire: Die E-Gitarre lässt sich digital individuell programmieren. (© Foto: Gibson)

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Wo bei normalen Gitarren dieser Bauform der zweite Klangregler sitzt, hat die Dark Fire einen bunt beleuchteten Drehknopf. Einmal nach außen ziehen schaltet das automatische Stimmen ein. Dann braucht man bloß ein- bis zweimal alle Saiten anzuschlagen. Kleine Elektromotoren fiepen, die Wirbel drehen sich wie magisch bewegt. Das Ganze dauert nur ein paar Sekunden und funktioniert einwandfrei.

Man kann nun entweder den Knopf wieder ganz runterdrücken und dem Instrument die warmen und fetten Sounds entlocken, für die dieses Modell, die Les Paul, seit Jahrzehnten berühmt ist. Aber Elektronik lässt sie auf Wunsch auch glashart und schneidend klingen wie die Stratocaster von Fender oder durchdringend wie eine Heavy-Metal-Gitarre.

Dazu muss man den Knopf auf "C" wie Chamäleon stellen und halb runterdrücken. Nun hat der Instrumentalist die Wahl zwischen zahlreichen Klangvarianten - von Hardrock bis Blues.

Dutzende Verstärker- und Boxenkombinationen

Aber das ist noch nicht alles. Außer den beiden normalen magnetischen wurde auch ein piezoelektrisches Tonabnehmersystem eingebaut, wie man es sonst nur in Akustikgitarren findet.

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