In den USA machen makabre Spam-Mails die Runde: Der Empfänger soll Geld dafür zahlen, dass er nicht ermordet wird.
Der Posteingang quillt wieder einmal über: Spam-Mails mit Anlagetipps und Werbung für Viagra-Pillen überschwemmen die Mail-Accounts. Doch jetzt hat das Phänomen in Amerika eine neue Dimension erreicht. Der Absender der E-Mail gibt vor, ein Killer zu sein. Wenn der Empfänger sich bereit erklärt, ihm einige tausend US-Dollar zu überlassen, wird er darauf verzichten, ihn zu ermorden, schreibt er.
Der Killer vor dem PC. In E-Mails fordern Betrüger Geld dafür, die Empfänger nicht zu ermorden. (© Foto: iStock)
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"Ich bin beauftragt, Sie zu töten, es ist einer Ihrer Freunde. Ich beobachte Sie. Jedoch ... ich glaube nicht, dass Sie getan haben, was die sagen und ich gebe Ihnen die Chance, mich zu bezahlen, damit ich Sie nicht töte ...", zitiert die Washington Post die E-Mail, die in den letzen Monaten vor allem Bewohner von Fairfax und Stafford County in ihrem Posteingang fanden. Die Personen, an die die E-Mail verschickt wurde, wiesen jedoch keinerlei Gemeinsamkeiten auf, sagte die Polizei.
"Wer will mich umbringen?"
Der Wortlaut der E-Mail war auch nicht bei allen Empfängern gleich und es wurde jedes mal eine andere Summe verlangt. Außerdem wimmelte es in den Schreiben nur so von Grammatik- und Rechtschreibfehlern. Für die Betroffenen bedeuteten die Mails Psychoterror: "Du sitzt da und zebrichst dir den Kopf darüber, wer dich umbringen wollen könnte", sagte die 28-jährige Jessica Walker der Washington Post. Sie dürfte nicht die einzige sein, die die Mail im ersten Augenblick ernst nahm. Für 15.000 Dollar versprach ihr der "Killer" die Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen ihm und dem Auftraggeber.
Doch die Killer-Mails sind nicht neu: Schon im Dezember 2006 waren ähnliche Schreiben verschickt worden. Passiert ist den Empfängern bisher nichts. Vor der wachsenden Kreativität solcher Mail-Betrüger wird aber heftig gewarnt. Neben den gewöhnlichen Fragen nach Kreditkartendetails, nehmen die Absender jetzt auch die Rolle von FBI-Agenten ein oder geben vor, US-Soldaten zu sein, die Hilfe brauchen. Während man die üblichen Spam-Mails einfach in den Papierkorb werfen sollte, müssen US-Bürger solche Mails bei einer Partnerinstitution des FBI für Internetkriminalität melden. Ist in der E-Mail jedoch der eigene Name oder Wohnort erwähnt, sollte man damit sofort zur Polizei gehen.
(sueddeutsche.de/mia/mri)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Manche Leute schrecken auch vor nichts zurück, nur um an das Geld zu kommen. Aber das macht das Netz eben so einfach, die scheinbare Anonymität.