Digitalisierung Gabriel will Umfeld für Start-ups verbessern

Gabriel setzt zudem darauf, die deutsche Wirtschaft auf die neuen Technologien einzuschwören. Dazu sollen unter anderem junge, innovative Unternehmen (Start-ups) von unnötiger Bürokratie entlastet werden. Für die Wachstumsphase der Unternehmen müsse die Regierung mehr Wagniskapital ermöglichen. Nichts Geringeres als "eine neue Gründerzeit" will Gabriel durch zahlreiche staatliche Unterstützungsfonds, Gründerplattformen und Förderungen einleiten.

Besonderes Augenmerk sollen kleinere und mittlere Unternehmen und das Handwerk erhalten. Gabriel fordert daher eine "Digitalisierungsoffensive Mittelstand". Dadurch sollen die Firmen gezielte Anreize für Investitionen in die digitale Transformation erhalten. Das Volumen des Programms wird demnach etwa eine Milliarde Euro betragen. Ziel ist es, die Entwicklung neuer internetbasierter Plattformen und Geschäftsmodelle zu fördern und die europäische Vernetzung der Unternehmen voranzutreiben. In Berlin soll ein "Haus der Digitalisierung" für den Mittelstand errichtet werden, wo in wechselnden Ausstellungen das Mögliche und Machbare der neuen Technologien präsentiert werden kann.

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In zehn Jahren zum modernsten Industriestandort der Welt

Auch die Digitalisierung der Industrie will Gabriel in Schwung bringen. Ziel sei es, die Bundesrepublik zu einem Leitanbieter und -anwender von Industrie 4.0 und damit zum modernsten Industriestandort der Welt zu machen. Dazu beitragen soll unter anderem ein Förderprogramm für Mikroelektronik, das zwischen 2017 bis 2019 etwa eine Milliarde Euro umfasst. Notwendig sei ferner eine zügige Standardisierung der Industrie 4.0. "Insgesamt muss es gelingen, die Digitalisierung in die DNA der deutschen Wirtschaft, insbesondere des deutschen Mittelstandes einzuschreiben", beschreibt Machnig die Pläne.

Ein besonderes Augenmerk will Gabriel auf die Arbeitskräfte und den Nachwuchs legen. Digitale Bildung gilt zunehmend als Voraussetzung, um erfolgreich am Erwerbsleben teilnehmen und ein selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt führen zu können. Digitale Technologie soll daher Kernbestandteil eines Bildungsauftrages werden. "Kein Kind sollte 2025 mehr die Schule verlassen, ohne nicht zumindest eine grundlegende Idee zu haben, was ein Algorithmus ist und wie Programmieren funktioniert", sagt Machnig. Die digitale Infrastruktur in den Schulen, Berufsschulen und Hochschulen müsste zu den besten der Welt gehören.

Die duale Berufsausbildung, also Lehre und Berufsschule, soll nach Vorstellungen des Wirtschaftsministers voll auf die Erfordernisse der digitalen Wirtschaft ausgerichtet sein. Bestehende Ausbildungsordnungen und Weiterbildungsordnungen seien entsprechend anzupassen. Ziel müsse es sein, dass auch Auszubildende für Berufe infrage kämen, die bislang nur mit Hochschulabsolventen besetzt werden. Doch auch die Universitäten sollen nach Gabriels Verständnis mehr Digitales bieten. Zusätzliche Lehrstühle etwa bei der Big-Data-Analyse, bei industrieller Software und IT-Sicherheit seien notwendig.

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