Digitale Währung Hacker ruinieren die nächste Bitcoin-Börse

Komplett leergeräumt: Alles Geld, was ging, ließen Diebe von der Bitcoin-Börse Flexcoin abfließen. Es ist nicht die erste Pleite der vergangenen Tage.

Vor wenigen Tagen hat die einst größte Börse für Bitcoins, Mt. Gox, geschlossen, Hacker sollen 744 000 Einheiten der digitalen Währung im Wert von etwa 300 Millionen Dollar gestohlen haben. Nun hat die kanadische Börse Flexcoin ebenfalls einen Angriff von digitalen Dieben gemeldet und dicht gemacht.

Die Hacker hätten alle Bitcoins in der "heißen Geldbörse" von Flexcoin gestohlen, also jenen Beständen, die mit dem Internet verbunden sind. Insgesamt seien 896 Einheiten im derzeitigen Wert von insgesamt etwa 600 000 Dollar auf zwei Online-Adressen überwiesen worden, heißt es auf Flexcoins Webseite. Da die Börse keine Möglichkeit habe, den Verlust auszugleichen, "schließen wir ab sofort unsere Türen". Noch vorhandene Bitcoins wolle die Firma den Besitzern zurückgeben. Ein Fehler in der Software habe den Diebstahl des gesamten Online-Bestands ermöglicht.

Bitcoins sind digitale Währungseinheiten. Genau wie Euro, Dollar oder Yen können sie gehandelt und überwiesen werden - allerdings ohne öffentliche Regulierung. Während Zentralbanken staatliche Währungen und Banken Überweisungen kontrollieren, ist das Bitcoin-System dezentral: Transaktionen finden direkt und sehr schnell zwischen Nutzerkonten statt - ohne dass eine Instanz sie überwacht.

Die Einheiten werden virtuell produziert, indem Computer komplexe Rechenaufgaben lösen. Ihre Gesamtmenge ist auf 21 Millionen begrenzt. Der Kurs schwankt stark: In diesem Winter waren Bitcoins zwischenzeitlich mehr als als 1000 Dollar wert. Durch die Schieflage mehrerer Bitcoin-Handelsplätze ist dieser Wert binnen weniger Tage an den wichtigen Börsen auf weniger als die Hälfte gefallen.

Linktipp: "Mt. Gox, wo ist unser Geld?" - Bitcoin-Anleger fordern vor dem Firmensitz in Tokio ihr Geld zurück, doch von der Firma ist praktisch nichts mehr übrig.