Digitale Währung Bitcoin-Kurs steigt erstmals über 900 Dollar

400 Dollar Differenz innerhalb von 24 Stunden: Der Handel mit der virtuellen Währung Bitcoin kommt nicht zur Ruhe. In der Nacht zum Dienstag schwankte der Kurs zwischen 500 und 900 Dollar - und pendelte sich schließlich weit über dem bisherigen Wert ein.

Von einem Rekord zum nächsten: Bitcoin, die virtuelle Währung, die sich als bevorzugtes Zahlungsmittel der illegalen Schwarzmarkt-Plattform "Silkroad" einen zweifelhaften Ruf erwarb, hat in der Nacht zum Dienstag zwischenzeitlich erstmals die 900-Dollar-Marke durchbrochen.

Dabei sind die Schwankungen im Handel mit den virtuellen Münzen gewaltig. Fast 400 Dollar liegen innerhalb von 24 Stunden zwischen Höchst- und Tiefstand. Zwischenzeitlich fiel der Kurs auf etwa 530 Dollar, ehe er sich auf einem Wert zwischen 750 und 800 Dollar einpendelte. Noch vor zwei Wochen notierte das digitale Geld bei etwa 250 Dollar, im Januar war ein Bitcoin gerade einmal 13,50 Dollar wert.

Befeuert wurde der plötzliche Anstieg auch durch eine Reihe offizieller Stimmen, die sich am Montag positiv über die virtuelle Währung äußerten. Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, stellte in einem Brief die Vorteile der Bitcoins heraus und sieht in ihnen eine günstige Alternative, um Geld weltweit zu übertragen. Auch in einer Anhörung im US-Senat schienen die Vorbehalte gegenüber der einst als Instrument für Geldwäsche und andere illegale Aktivitäten verschrienen Währung zu schwinden.

Bitcoins gibt es seit vier Jahren, allerdings ist die Nachfrage in jüngerer Vergangenheit stark angestiegen. So investiert ein Fonds, der im September in New York gegründet wurde, nur in die virtuelle Währung. Auch akzeptieren immer mehr Firmen die Digitalmünzen als Zahlungsmittel - zum Beispiel seit Mitte Oktober das große chinesische Internetunternehmen Baidu. Allerdings ist die Menge an Bitcoins, die in einem komplizierten mathematischen Verfahren maximal hergestellt werden kann, auf etwa 21 Millionen begrenzt.