Folgenreiche E-Mail an den falschen Kollegen

Im Februar 2008 tobten die Vertreter des Pharmakonzerns Eli Lilly & Co: Die New York Times hatte soeben ans Licht gebracht, dass das Unternehmen sich gerade wegen illegaler Marketingpraktiken in Geheimverhandlungen mit den Regierung befände und sich bereit erklären würde, eine Milliarde Dollar Strafe zu zahlen. Die Vermutung: Ein Regierungsvertreter musste geplaudert haben, um die Gespräche zu sabotieren. Weit gefehlt: Eine Anwältin des Unternehmens hatte vertrauliche Unterlagen an ihren Kollegen Bradford Berenson schicken wollen. Doch in ihrem Adressbuch fand sich noch ein anderer Berenson - Alex Berenson, ein Reporter der New York Times. Ein Klick auf den falschen Namen sorgte dafür, dass dieser an die exklusiven Informationen gelangte.

Bild: AP 3. Juni 2010, 13:532010-06-03 13:53:01 © sueddeutsche.de/holz