Dating-Website Okcupid Was der Okcupid-Macher Singles rät

Was verraten die Zahlen über unser Online-Dating-Verhalten? Okcupid-Mitgründer Christian Rudder hat sie analysiert.

(Foto: Christian Rudder)

Was raten Sie Männern und Frauen beim Online-Dating?

Das sind eigentlich zwei verschiedene Fragen. Für Männer und Frauen ist das eine komplett unterschiedliche Erfahrung. Ich denke, Männer sollten sich als zugänglich präsentieren und Gesprächsaufhänger im Profil haben. Wenn ich eine Frau wäre, würde ich die Profile rauspicken, die mir gefallen und sie gezielt anschreiben.

Und wenn Frauen das nicht wollen, weil sie es im echten Leben auch nicht tun?

Klar, viele Frauen sind so. Beim Online-Dating kann das aber dazu führen, dass es in Arbeit ausartet: viele nicht passende Anfragen, viel Neinsagen. Das kann erschöpfend sein. Die beste Strategie ist, aktiv zu werden und den Rest zu ignorieren. Und die Männer sollten Nutzer anschreiben, die in ihrer Liga spielen. Wenn ich ein Supermodel anschreibe, kann ich keine Antwort erwarten. Sie wird attraktivere Optionen haben.

Den Mathematik-Professor, der nebenbei noch modelt?

(lacht) Vielleicht!

Ein unschönes Ergebnis Ihrer Analyse: Schwarze Frauen sind bei Okcupid im Nachteil.

Ja, sie erhalten 25 Prozent weniger Aufmerksamkeit von den Männern. Okcupid funktioniert für sie trotzdem, nur nicht so schnell.

Was läuft denn da schief? Liegt es an den schwarzen Männern?

Nein, die sind sogar die neutralsten, sie schreiben alle Ethnien etwa gleich oft an, während Asiaten ihresgleichen bevorzugen. Ja, das ist eine ziemlich komplexe Frage. Nicht nur beim Daten, sondern allgemein in diesem Land. Leider.

Sie haben also nur Daten aus den USA angesehen?

Ja, denn die Okcupid-Basis ist zu 70 Prozent hier und zu 30 Prozent international.

Nicht jeder will also Menschen anderer ethnischer Herkunft daten, aber viele können sich auf die 20-jährigen Frauen einigen. Steht auch im Buch.

Jaja, Männer mögen jüngere Frauen ... das war nie ein Geheimnis.

Ulkig: Viele Nutzer verwenden für ihre Anfragen den gleichen Text.

Ja, ist so. Und eigentlich halte ich das für gar keine schlechte Strategie. Klar klingt es komisch, aber wenn wir im echten Leben Leute beeindrucken wollen, erzählen wir auch die immergleichen Anekdoten und bewährten Witze.