Auf einem Gipfeltreffen sucht die Bundesregierung Wege, wie etwa die Weitergabe von Millionen Adressen aus öffentlichen Melderegistern verhindert werden kann.
Für windige Adresshändler sind sie verlockend: die öffentlichen Melderegister, in die sich jeder Deutsche mit Namen, Geburtsdatum und Anschrift eintragen lassen muss. Doch ausgerechnet aus dieser staatlichen Quelle können sich dubiose Adresshändler viel zu leicht bedienen, warnen Verbraucherschützer vor dem sogenannten Datenschutz-Gipfel von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) in Berlin. "Die kommunalen Melderegister sind kein Selbstbedienungsladen für Datenjäger", sagt etwa Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz in Schleswig-Holstein.
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Wer macht was mit welchen Daten - nicht nur Fingerabdrücke werden gern genommen. (© Foto: AP)
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Es geht um Firmen, die zunächst im Auftrag von Banken oder Versandhäusern nach säumigen Kunden suchen. Sie fragen bei den Meldeämtern an, um die neue Anschrift des Kunden herauszufinden. Für die "einfache Melderegisterauskunft" müssen sie nur den Namen des Gesuchten und die alte Adresse nennen, nicht aber das berechtigte Interesse ihres Anliegens nachweisen.
Speichern statt löschen
Haben sie die Daten erhalten und den Auftraggeber informiert, müssten sie die Angaben eigentlich löschen, sagt Weichert. "Stattdessen speichern sie die Daten und verkaufen sie weiter." So würden "bundesweite Melderegister" in privater Hand entstehen. Weichert warnt vor einem "flächendeckenden Problem" mit zigtausenden Betroffenen.
Mindestens acht Firmen sind bekannt, die damit geworben haben, "hochwertige Adressermittlungspools" aus Meldeamtsdaten zu besitzen. Ein Unternehmen schmückte sich damit, 72 Millionen Datensätze zu besitzen. Mehrere Bundesländer haben ihren Ämtern daher empfohlen, diesen Firmen keine Auskunft mehr zu erteilen. Für die Städte und Gemeinden sind die Anfragen ein Zuverdienst; zwischen vier und sieben Euro kosten sie je nach Kommune, im Jahr ergibt das zum Teil sechsstellige Summen.
Allgemeines Widerspruchsrecht gefordert
"Die Meldedaten werden auch dann weitergegeben, wenn überhaupt kein berechtigtes Interesse vorliegt", kritisiert Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für den Datenschutz. "Insbesondere, weil diese Daten für einen hoheitlichen Zweck erworben werden", stehe er der Entwicklung äußerst kritisch gegenüber, sagte Schaar der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.
Er fordert ein allgemeines Widerspruchsrecht gegen die Weitergabe der Daten aus Melderegistern. Bis jetzt können Bürger nur verhindern, dass ihre Adresse an Parteien, Kirchen oder Verlage weitergegeben werden. Einen völligen Schutz können sie dagegen nur einfordern, wenn sie bedroht werden und Angst um Leib und Leben haben.
Das Thema dürfte auch auf dem Datenschutz-Gipfel eine Rolle spielen, zu dem Schäuble eingeladen hat. Der Bundesinnenminister trifft sich mit seinen Kabinettskollegen Brigitte Zypries (Justiz), Horst Seehofer (Verbraucher), Michael Glos (Wirtschaft) sowie dem Bundesdatenschutzbeauftragten Schaar und Experten aus den Ländern.
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OB-Kandidatin Nallinger
Schäuble beweist, dass man auch unbelastet von jeglichem Sachverstand in Deutschland Politik machen kann. Wahrscheinlich kann er nicht einmal selbst seinen Computer einschalten.
dass der größte Datenschnüffler Deutschlands sich jetzt um den Datenschutz sorgt. Wird das von Schäuble geplate zentrale Melderegister realisiert, dann braucht man nur noch an einer Stelle Daten saugen. Wie prakrisch!
Seit Jahren werden die Daten lustig hin und her geschoben,angereichert um letztendlich ein Profil von jedem Bürger zu bekommen.
Das Problem ist doch jetzt nur, einer hat sich zu leichtfertig an diesem Geschäftsfeld bereichern wollen, so dass man nicht mehr drüber sehen konnte.
Diese Heuchler und Schaumschläger, die uns immer wieder weismachen wollen, wir sind es selber Schuld.
Inzwischen kursieren ganze Datenbanken von qualifizierte Adressen im Internet, aber ne, kein Mensch weiß davon. rofl
Wieso ist nicht der Aufmacher der SZ bei "Digital" der Skandal um das manipulierte Interview von Herrn Roth mit Putin, in der ARD --- aufgedeckt & mehr als reichlich diskutiert von Bloggern in eben diesem vermaledeiten, ominösen "Internet", noch schlimmer: in Weblogs.
"Auf einem Gipfeltreffen sucht die Bundesregierung Wege, wie etwa die Weitergabe von Millionen Adressen aus öffentlichen Melderegistern verhindert werden kann."
Alleine dieser Ansatz ist eine bodenlose Frechheit in sich. Da verdient eine Stadt wie Bochum 230000 pro Jehr indem sie die daten ihrer Buerger weitergibt. Das ist Amtsmissbrauch, Datenveruntreuung und eine unglaubliche Unverfrorenheit, was sich diese Sesslpu.pser erlauben.
Ich hoffe, die betroffenen Bueger gehen gerichtlich gegen diese Stadt vor.
Allerdings gehoert der Ausverkauf der Bevoelkerung wohl zum Plan dieser Abzocker-Politik. Es wird allerhoechste Zeit dieses verlogene, scheinheilige und gewissenlose Kapitalistengezuecht wieder auf den Boden der Tatsachen zurueckzuholen!!!
Paging