Wolfgang Bosbach, Innenexperte der CDU und stellvertretender Fraktionschef der Union, kann die Aufregung nicht ganz nachvollziehen. "Wir sind mitten in Verhandlungen, Euer Ehren", sagte er sueddeutsche.de. "Das sei ganz normal."

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Allerdings sagt er auch, dass es inzwischen um einen Kompromiss geht und nicht mehr um die reine Lehre des von Schaar so gelobten Gesetzentwurfes der Bundesregierung. Bosbach: "Wir können nicht jede Kritik der Wirtschaft als übles Lobbyisten-Genörgel abtun."

Sein Modell sieht deshalb drei Stufen vor: Zum einen sollen öffentliche Register auch zu werblichen Zwecken genutzt werden dürfen. Zum Zweiten soll jedes Unternehmen den eigenen Kunden die Produkte anderer Unternehmen empfehlen dürfen.

Und zum Dritten sollen andere Unternehmen gekaufte Adressdaten dann verwenden dürfen, wenn sie die Herkunft der Adressen gegenüber dem Kunden benennen und der Adressverkäufer zugleich mit der Verwendung einverstanden ist. Erst wenn das nicht der Fall ist, müsse das Einverständnis des Kunden gesondert eingeholt werden.

Das Ziel bleibe, das Gesetz bis zum Ende der Legislaturperiode zu verabschieden, sagte Bosbach.

Ob es so kommt, ist fraglich. In der Koalition hat das Thema Datenschutz nicht gerade oberste Priorität, Wahlkampf ist wichtiger. Deshalb muss auch die einzige erfreuliche Nachricht des Tages mit Vorsicht genossen werden. Schaar berichtete, das Bundesinnenministerium wolle seinen Wunsch nach mehr Personal endlich unterstützen. Das habe es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Mag sein. Nur sind solche Ankündigungen im Wahljahr schnell gemacht. Der Bundeshaushalt 2010 wird von der kommenden Bundesregierung aufgestellt. Und wer weiß heute schon, wer dann im Innenministerium auf dem Chefsessel sitzt.

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  1. Die große Koalition macht einen großen Bogen
  2. Sie lesen jetzt Wolfgang Bosbach: Wir sind mitten in Verhandlungen
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(sueddeutsche.de/gba)