Datenschutz bei Facebook Zuckerberg-Schwester beklagt Verletzung ihrer Privatsphäre

Randi Zuckerberg: Debatte über Privatsphäre losgetreten

(Foto: AP)

Datenschutz bei Facebook funktioniert auch bei Mark Zuckerbergs Verwandten nicht immer wie geplant. Dessen Schwester Randi musste während der Feiertage mit ansehen, wie eines ihrer Facebook-Fotos an mehr als 40.000 Menschen weitergeleitet wurde.

Von Pascal Paukner

Es zählt zu den ungeklärten Fragen im digitalen Zeitalter, wie sich Privatsphäre im Netz effektiv schützen lässt. Insbesondere das soziale Netzwerk Facebook steht wegen seiner als verwirrend wahrgenommen Datenschutz-Einstellungen immer wieder in der Kritik. Jetzt zeigt sich: Auch in der Familie des Facebook-Gründers führen die Einstellungen des sozialen Netzwerks zu Unmut.

Das Malheur nahm seinen Lauf, als Zuckerbergs Schwester Randi während der Feiertage auf ihrer Facebook-Seite ein Foto veröffentlichte. Es zeigt vier Personen, die in einer Küche auf ihre Mobiltelefone schauen. Es wäre ein gewöhnliches Bild, das vermutlich nicht weiter für Aufsehen gesorgt hätte, wäre nicht im Hintergrund auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu sehen - und wäre das Bild nicht im Newsfeed der Marketingdirektorin des Internetunternehmens Vox Media, Callie Schweitzer, aufgetaucht.

Schweitzer fand das Promi-Foto offenbar so originell, dass sie es kopierte und über ihren Twitter-Account an ihre 40.000 Follower gerichtet veröffentlichte. Eine Verwendung, die Zuckerberg so eigentlich nicht vorgesehen hatte. Auf Facebook hatte sie das Foto nur für einen bestimmten Personenkreis freigegeben, auf Twitter war es nun für alle sichtbar, die Verbreitung nicht länger kontrollierbar.

Verwirrende Privatsphäre-Einstellungen

Entsprechend empört zeigte sich Randi Zuckerberg auf Twitter. Schweitzers Verhalten sei "uncool". Es sei eine Frage der Etikette im Internet, zunächst nach der Erlaubnis zu fragen, bevor man das Foto eines Freundes veröffentliche. "Es geht nicht um Privatsphäre-Einstellungen, es geht um menschlichen Anstand", schrieb Zuckerberg und erntete massive Kritik.

Tatsächlich ist es nämlich nicht so abwegig, den Facebooks Privatsphäre-Einstellungen eine Mitschuld an der Veröffentlichung zu geben. Wie sich später herausstellte, hatte Schweitzer das Foto für öffentlich gehalten, weil sie mit Zuckerberg zwar nicht befreundet ist, ihre Status-Updates aber abonniert hat. Tatsächlich tauchte das Foto aber nur deshalb in ihrem Newsfeed auf, weil sie mit einer der auf dem Foto markierten Personen befreundet war. Auf Facebook sind diese beiden unterschiedlichen Privatsphäre-Einstellungen nur schwer voneinander zu unterscheiden.

Kritiker im Netz störten sich auch an der Reaktion von Randi Zuckerberg, die ihren prominenten Namen eingesetzt habe, um das Foto löschen zu lassen. "Das kann nicht jeder", sagte Eva Galperin von der Electronic Frontier Foundation, einer Datenschutzorganisation aus San Francisco. Die Privatsphäre-Einstellungen von Facebook seien für die meisten Nutzer noch immer verwirrend.

"Sogar Randi Zuckerberg kann sie falsch verstehen", erklärte Galperin. Der Zwischenfall vom Mittwoch illustriere die Schwierigkeiten beim Umgang mit der Privatsphäre im Internet, sagte sie weiter. Wer Informationen oder ein Bild in einem sozialen Netzwerk teile, müsse damit rechnen, dass Freunde diese Daten einfach weitergeben könnten.

Mit Material der Nachrichtenagentur dapd.