Der Bundestrojaner kommt, darauf haben sich die Politiker geeinigt. Doch PC-Besitzer können sich mit Sicherheitsmaßnahmen dagegen wappnen.
Innenminister Wolfgang Schäuble und Justizministern Brigitte Zypries haben sich geeinigt und den Weg für Online-Durchsuchungen freigemacht. Der Bundestrojaner kommt. Wie genau die "Remote Forensic Software", so die offizielle Sprachregelung des Innenministeriums, aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Er soll aber eine maßgeschneiderte Einzelanfertigung sein, die von Antivirenprogrammen nicht erkannt wird. Das wünscht sich zumindest das Bundeskriminalamt.
Der Bundestrojaner kommt. Einfache Sicherheitsmaßnahmen können die Hürden für einen Angriff durch Ermittlungsbehörden höher legen. (© Foto: dpa)
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Wer dennoch nicht tatenlos zusehen will, wie sich Schlapphüte und Polizisten auf dem heimischen Rechner einnisten, sollte einige vorbeugende Maßnahmen ergreifen und die Hürden für einen Angriff möglichst hoch legen.
Der Bundestrojaner ist, auch wenn er nicht von Kriminellen, sondern von staatlicher Seite entwickelt wurde, eine "ganz normale" Schadsoftware. Antivirenprogramme werden die Spyware früher oder später als "potentiell gefährlich" erkennen, ist sich der Hersteller Kaspersky Labs sicher. Regelmäßig aktualisierte Virenscanner sind auf alle Fälle empfehlenswert. Die Hersteller von Antivirenprogrammen werden nach eigenen Aussagen auf keinen Fall mit den Behörden zusammenarbeiten. Allerdings könnten sie per Gesetz dazu gezwungen werden. Eine solche Regelung verpflichtet bereits die Telekommunikations-Anbieter dazu, Daten zu speichern und diese den Behörden zugänglich zu machen. Die Installierung von Firewalls ist prinzipiell nur sinnvoll, wenn mehrere Computer vorhanden sind, da das Schutzprogramm nicht auf dem zu schützenden System laufen soll.
Keine unbekannten E-Mail-Anhänge öffnen
Noch ist allerdings nicht bekannt, wie der Bundestrojaner verbreitet wird. Ist er eine Einzelanfertigung, hat er gute Chancen, nicht von Viren-Programmen erkannt zu werden. Und dagegen hilft nur eines: keine unbekannten Anhänge öffnen. Der Initiator des Gesetzes, Innenminister Wolfgang Schäuble, sagt selbst: "Ich öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, die ich nicht genau einschätzen kann." Gute Mail-Dienste haben einen Spam-Schutz eingebaut.
Prinzipiell ist es auch empfehlenswert, Daten zur Sicherheit immer auch auf einem externen Datenträger zu speichern. Solche Festplatten gibt es überall günstig zu kaufen. Aber das externe Sichern von Daten ist sinnlos, wenn der Trojaner in der Lage sein wird, sich im Computer festzusetzen. Er sammelt die Daten auch und leitet diese weiter, wenn der User wieder online geht.
Die Verschlüsselung von Daten ist ratsam, wenn deren Inhalt nicht erkennbar sein soll. Daten auf der Festplatte zu verschlüsseln, ist mit bestimmten Programmen ganz einfach zu erledigen. Diese Programme verschlüsseln alles mit einem Passwort, die auch für Experten nur schwer zu knacken sind. Aber Vorsicht: Ähnlich wie bei externen Festplatten kann ein Trojaner, der sich heimlich in der Festplatte festgesetzt hat, auch zugreifen, wenn die Verschlüsselung mal offen ist.
Internetzugang absichern
Um zu verhindern, dass der Trojaner unbehindert über das Netzwerk in den PC spaziert, muss auch das WLAN verschlüsselt werden. Der Mindestschutz ist hier den WPA-Schlüssel (Wi-Fi Protected Access) zu aktivieren und ein sicheres Passwort zu verwenden. Das WPA lässt nur Teilnehmer in das Netzwerk ein, die er erkennt. Wer in seinem WLAN AP noch WEP (Wired Equivalent Privacy) als Verschlüsselungsoption findet, sollte sich eine neue Hardware kaufen. WEP bietet keinen ausreichenden Schutz mehr und ist manchmal schon nach wenigen Sekunden zu knacken.
Trotz vieler Möglichkeiten: Das einzige sichere System gegen den Bundestrojaner ist ein Computer ohne Internetverbindung, denn ausgespähte Daten können nur online an die Ermittlungsbehörden übertragen werden.
(sueddeutsche.de/sam/mri/bön)
Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
...mit dem ausgelutschten Argument "wer nix zu befürchten hat der braucht auch nix zu befürchten" hausieren geht, hat wohl immer noch nicht begriffen, was hier gerade abgeht: Die staatlichen Organe mißtrauen dem Volk generell! Und sie wissen auch, warum dieses Mißtrauen "gerechtfertigt" ist! Denn das Mißtrauen ist BEIDERSEITIG - viele, mich eingeschlossen, trauen den lobbyistenhörigen Volksvertretern schlicht und ergreifend nicht mehr über den Weg!
Aber vllt. ist diese Überwachungs-Krake ja der Auslöser, die Vereinsamung, die so ein PC als Trojanisches Pferd in sich birgt, auf zu brechen. Wenn es künftig wichtige Dinge zu besprechen gibt und Formen des heute noch garantierten Widerstandes kriminalisiert sein werden, tja, dann wird das nicht mehr per Tel./Handy oder PC geschehen - sondern in trauter Runde...
hehe...
Nun ist endlich die Rechtslage klar, er kann eingesetzt werden. Wie blöd hält man die User eigentlich. Ein paar Kinderschänder werden vielleicht geoutet. Ein Profi hat natürlich eine entsprechende Antispy Software. Und die die man aushorchen will werden ins Internetcafe gehen oder mit einem geklauten Handy oder von einer Telefonzelle aus operieren. Ich glaube es geht denen nur ums Prinzip : Es darf keinen rechtsfreien Raum geben.
Ein Computer ist nur sicher, wenn er in einem fensterlosen Raum steht und nicht am Stromnetz bzw am Internet hängt.
PS das Bertiebsystem spielt eigentlich eine untergeordnete Rolle.
Ein Trojaner ist doch letztlich ein Computerprogramm, das Daten ausliest und weiterleitet - und als Programm natürlich plattformspezifisch. Angenommen, jemand verwendet MacOS X oder PC-BSD als Betriebssystem, Sun OS oder sonst irgendetwas exotisches - wird dann von Grund auf ein neues Programm geschrieben, das auf dem jeweiligen Betriebssystem lauffähig ist? Wobei jeweils plattformspezfische Schwachstellen ja erst mal erkannt und ausgenutzt werden müssen? Mit welchem zeitlichen Aufwand wäre das wohl verbunden? Und immer mit dem Risiko, daß beim nächsten Update die ausgenutzte Schwachstelle gar nicht mehr vorhanden ist? Oder was ist, wenn jemand den TPM-Chip nutzt, um mit Bitlocker unter Windows Vista Ultimate die gesamte Festplatte zu verschlüsseln?
Das mit dem Trojaner wird wohl in der Praxis nur für ein Standard-Windows ohne besondere Sicherungsmaßnahmen klappen, und auch da mehr schlecht als recht.
Aber nachdem unsere "Spitzenpolitiker" offensichtlich nicht mal wissen, was ein Browser ist, wundern mich solche Entscheidungen nicht.
die Terroristen haben die Bundesregierung infiltriert und mit Schäuble den Coup Ihres Lebens gelandet. Wenn schon Verbrecher und Ihre Gesinnungsgenossen in den höchsten Gremien sitzen, was motiviert den da mich dazu gesetzestreu zu sein ?
Paging