Datenschutz Auch MySpace gibt Nutzerdaten weiter

Nach Facebook steht nun auch MySpace in der Kritik: Das soziale Netzwerk hat Werbekunden sensible Nutzerinformationen überlassen.

Der Nächste, bitte: Nicht nur Facebook-Apps, auch die Internetplattform MySpace hat seinen Werbekunden Daten überlassen, mit denen diese einzelne Nutzer-Profile identifizieren können.

Das sei allerdings kein Problem, teilte das Unternehmen mit. Schließlich erlaube man den Nutzern das Anlegen von Profilen unter Pseudonymen. Allerdings räumte MySpace ein, dass Werbekunden neben der Nutzer-ID auch die letzte Seite mitgeteilt würde, auf der sich ein Surfer befand, bevor er ein Werbebanner angeklickt hat.

Das Wall Street Journal hatte diese Praxis bereits am Freitag öffentlich gemacht. Dabei stellte das Magazin auch fest, dass einige Zusatzprogramme (Apps) für MySpace ebenfalls die Nutzer-ID, entgegen der Nutzungsbedingungen, mit Dritten teilen. Sowohl MySpace, als auch das Wall Street Journal gehören dem australischen Medienmogul Ruper Murdoch.

MySpace erlaubt Softwareentwicklern den Zugriff auf die Nutzer-ID, verbietet aber dessen Weitergabe. Man habe kürzlich den Entwickler einer derartigen App namens "Tagme" deshalb kontaktiert. Nachdem die Hersteller auf die Kritik reagierte, habe man die App kurz darauf wieder freigeschalten, teilte MySpace mit.

In der vergangenen Woche hatte das Wall Street Journal bereits Untersuchungsergebnisse veröffentlicht, wonach alle Top-Ten Facebook-Apps, einschließlich des beliebten Spiels "Farmville", die IDs der Nutzer an außenstehende Unternehmen weiterleiteten.

Zwar betonten die Betreiber der Sozialen Netzwerke, dass allein die User-ID noch nicht ausreiche, um private Informationen der Nutzer einzusehen, doch das Wall Street Journal stieß auf das Beispiel einer Firma, die die Nutzer-IDs mit seiner eigenen Datenbank mit Informationen über Internetznutzer koppelte und diese Datensätze an weitere Unternehmen verkaufte.