Von A. Hagelüken und H. Wilhelm

Bankenkreisen zufolge versuchen Kriminelle zur Zeit vermehrt, die Kreditkartendaten von Bürgern auszuspähen. Der größte Ausgeber von Mastercards reagiert nun.

Kriminelle versuchen derzeit anscheinend intensiv, deutsche Inhaber von Kreditkarten auszuspionieren und zu betrügen. Das berichten Fachleute der Süddeutschen Zeitung.

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MasterCard: Die Branche meldet 8.000 Kreditkarten-Betrugsfälle pro Jahr (© Foto: dpa)

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Um einen Betrug zu verhindern, hat nun die KarstadtQuelle Bank Kunden aufgefordert, ihre Mastercards umzutauschen. Anfang September waren bereits Mastercard-Inhaber bei der Hypo-Vereinsbank und der Dresdner Bank von ähnlichen Vorfällen betroffen.

Die derzeit verstärkt auftretenden Betrugsversuche betreffen anscheinend aber nicht ausschließlich die Kreditkarten des Anbieters Mastercard, sondern auch die von Wettbewerbern. So heißt es in Bankenkreisen. Man vermute, dass die derzeit auftretenden Versuche von Datenklau vor allem im Ausland stattfänden.

Es könne zum Beispiel sein, dass dort bei Hotels, in Restaurants oder Geschäften, bei denen der Kunde mit der Karte bezahle, die Daten kopiert würden. Auch manipulierte Bankautomaten würden regelmäßig zum Datenklau genutzt.

Tatsächlicher Missbrauch bleibt Geheimnis

Diese Woche reagiert nun der größte Herausgeber von Mastercards in Deutschland auf die Attacken. Die KarstadtQuelle Bank, die nichts mehr mit dem insolventen Versandhaus Quelle zu tun hat, hat in der Bundesrepublik insgesamt 900.000 Karten ausgegeben.

Das Kreditinstitut erhielt nach eigenen Angaben einen Hinweis, dass Betrüger versuchen könnten, Daten ihrer Kunden abzugreifen. Aus ihren Systemen seien aber bisher keine Daten entwendet worden. Um einen Betrug zu verhindern, bietet das Geldhaus Kunden nun als Sicherheitsmaßnahme an, ihre Karten umzutauschen.

Wie viel Kunden die KarstadtQuelle Bank angeschrieben hat, hält das Institut geheim. Es handle sich aber nur um einen kleinen Teil der 900.000 Personen, versicherte eine Sprecherin. "Die Banken gehen mit Informationen sehr sparsam um", sagt Thorsten Meinecke von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. "Wie hoch der tatsächliche Missbrauch ist, bleibt ihr Geheimnis."

8000 Betrugsfälle pro Jahr

Anfang September hatten bereits die Hypo-Vereinsbank und die Dresdner Bank jeweils mehrere hundert Kunden darüber informiert, dass die Daten ihrer Mastercard möglicherweise ausspioniert worden seien. Sämtliche Karten wurden daraufhin vorsorglich gesperrt.

Die beiden Banken forderten die Betroffenen auf, die Karten umzutauschen. "Wir konnten damals unsere Kunden rechtzeitig warnen und so Schadensfälle verhindern", so ein Sprecher der Hypo-Vereinsbank.

Wie die deutsche Polizei meldet, gab es in der Bundesrepublik im Jahr 2008 fast 8000 Betrugsfälle mit entwendeten Kreditkarten. Nach Angaben von Verbraucherschützer Meinecke streiten sich Kunden und Banken in zahlreichen Gerichtsprozessen darum, wer schlussendlich auf dem Schaden sitzenbleibt. "Grundsätzlich muss das Kreditkartenunternehmen nachweisen, dass Abbuchungen wirklich durch Kunden erfolgt sind", erklärt Verbraucherschützer Meinecke.

Der Kunde müsse aber seine Sorgfaltspflichten beachten: Er dürfe die Kreditkarte nicht aus der Hand geben und müsse die Geheimzahl geheim halten. Meinecke rät außerdem, Buchungen auf dem Kreditkartenkonto mindestens einmal im Monat zu kontrollieren.

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(SZ vom 21.10.2009/joku/holz)