Von Bernd Graff

Wieder nach der Tagesschau. Das Linux-Chamäleon, das mich am Vorabend von meinem Rechner anlachte, hatte mir keine Ruhe gelassen. Aber Windows war noch nicht gesichert. Mit einer Haltung furchtloser Selbstverachtung, die man nur mit "Ach, scheiß doch rein!" umschreiben kann, legte ich die Linux CD 1 erneut ein. Und erneut erschien das Chamäleon. Ich ließ den Installationsvorbereiter werkeln. Er zeigte mir meine Hardware und den Ort an, wo er Linux zu installieren gedachte. Ein giftgrünes Fenster erschien. Ich bekam feuchte Hände. "Wenn sie jetzt ´Akzeptieren` drücken, wird Linux auf Ihrem System installiert." Ich klickte das Fenster weg. Sieben Mal habe ich das gemacht. Und immer zuvor die Hardware-Erkennung durchlaufen lassen.

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Zögern, Zaudern, Nägelkauen. Fiebrig um den Rechner schleichen. Beim achten Mal - Windows-Sicherung war längst kein Thema mehr - habe ich mir genauer angeschaut, was nach dem "Akzeptieren" dann von mir akzeptiert worden wäre. Alles paletti, soweit. Nur Linux wollte partout auf dieselbe Platte wie Windows. Dabei hatte ich doch extra eine für das neue Betriebssystem freigeschaufelt und reserviert. Die aber, so meldete es Linux, sei komplett von Windows in Beschlag genommen. Und das, obwohl ich doch wusste, dass sie leer war. Hatte ich mich getäuscht?

Ich verließ den Installer wieder einmal, startete Windows, vergewisserte mich, dass die Platte tatsächlich leer war, notierte mir noch ihre Größe und ihre Bezeichnung. All das, obwohl ich all das sowieso wusste.

Dann der neunte Anlauf: ich veränderte den Installationsort für Linux und schob per Maus mit einem sehr schönen Schieberegler den Platz frei, den ich für Linux reservierte. War ja die gesamte Platte, die Win aber weiterhin als sein ureigenstes Eigentum reklamierte. Wurscht! Das grüne Fenster kam wieder. Ich AKZEPTIERTE.

- weiter zu Part 8

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