Cooliris-Gründer Bhumkar über das Silicon Valley Am nächsten großen Ding werkeln

Cooliris-Gründer Soujanha Bhunkar: Gehalt ist nicht entscheidend

(Foto: OH)

Soujanha Bhumkar ist aus Indien in die USA eingewandert und hat dort den millionenschweren Fotodienst Cooliris gegründet. Doch Geld ist im Silicon Valley nicht alles. Dritter Teil einer Serie über Kaliforniens Hightech-Standort.

Protokoll: Matthias Kolb, Palo Alto

Wenn es um das Silicon Valley geht, dann ist die Rede von Innovationen, technischem Fortschritt und den immergleichen Unternehmen: Apple, Google und Facebook. Doch die Besonderheit des 77 Kilometer langen Streifen, der im Norden Kaliforniens von San Francisco durch das Santa-Clara-Tal runter nach San José führt, machen erst die zahlreichen Start-ups und deren Gründerinnen und Gründer aus.

In einer kleinen Artikelserie lassen wir acht Persönlichkeiten aus der Hightech-Region zu Wort kommen - Unternehmer und TV-Sternchen, Amerikas erfolgreichsten Immobilienmakler und einen Deutschen, der an einem "Start-Up-Kompass" tüftelt, der Gründern vorhersagt, ob ihre Projekte durchstarten oder scheitern werden. Bereits zu Wort kamen David Sacks Chef des sozialen Netzwerks Yammer und Cameron Teitelman 23, Leiter des StartX-Gründerzentrums der Uni Stanford. Im dritten Teil stellen wir Soujanha Bhumkar, Gründer des Start-Ups Cooliris vor.

Ich bin in Bombay aufgewachsen und habe zunächst Chemie an einer der besten Universitäten Indiens studiert. Nach Amerika bin ich gekommen, weil ich selbst etwas aufbauen wollte. Aber hier musst du eine Art Migrationssteuer zahlen: Du musst hier einen Abschluss machen und dir eine Green Card besorgen. Das habe ich gemacht, danach in Chicago die Business School absolviert und bin dann ins Silicon Valley gekommen, weil man hier am besten seine Träume umsetzen kann.

Ich bin Mitgründer und Geschäftsführer von Cooliris. Unsere Firma gibt es seit 2006 und seither haben wir 28 Millionen Dollar von Investoren eingeworben. Wir haben zunächst ein Browser-Plug-In entwickelt, das mehr als 50 Millionen Mal heruntergeladen wurde und im Sommer 2012 haben wir dann unsere neue Foto-App auf den Markt gebracht. Sie erlaubt es den Usern erlaubt, Fotos aus dem Facebook-Universum oder von Instagram mit eigenen Bildern von iPad und iPhone zu vereinen und dieses Best-Of mit Freunden und Familie zu teilen. Mit dem Feedback sind wir sehr zufrieden - bisher wurden 275 Millionen Bildern mit der App betrachtet.

Gehalt ist nicht entscheidend

Meine 13 Kollegen und ich arbeiten in einem Großraumbüro in Palo Alto, in dem es immer etwas unaufgeräumt ist. In einer Ecke steht ein Schlagzeug, an der Wand hängt eine Leinwand, um darauf Videos und Playstation-Spiele zu projizieren und wer müde ist, kann sich in einen der blauen Sandsäcke fläzen.

Für uns ist es besonders wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter wohl fühlen, denn der größte Wettbewerb ist auf der Talent-Seite. Am Rande der Highways stehen große Billboards, auf denen Firmen wie Groupon und Skype um Software-Entwickler, Daten-Analysten und Programmierer werben - Facebook und Google habe so etwas nicht nötig. Das Gehalt ist gar nicht unbedingt das Entscheidende, es geht auch um eine gute Unternehmenskultur: Die Mitarbeiter müssen spüren, dass sie am nächsten großen Ding mitwerkeln.

Einer der wichtigsten Orte im Büro ist die Küche, in der wir Mittagessen, Nachmittag-Snacks zur Chai-Time und auch Abendessen serviert bekommen. Die Leute aus den verschiedenen Abteilungen sollen zusammenkommen und sich über ihre Ideen austauschen. Das haben wir uns von anderen Firmen abgeschaut und funktioniert sehr gut. Solche perks, also Sonderzulagen, bieten fast alle Unternehmen und wir müssen im Wettbewerb mithalten. Wir haben zwar nicht wie Google oder Facebook eigene Räume zum Trainieren, aber dafür subventioniert Cooliris den Mitgliedsbeitrag für das Fitness-Studio gegenüber. Wir versuchen, alles für unsere Leute zu tun.