sueddeutsche.de: Im Internet wird bereits über Ihre Arbeit diskutiert. Unter einem Youtube-Video Ihres Spiels steht: "Das Spiel hat eine Frau produziert, keiner wird das jetzt noch kaufen." Wie finden Sie solche Kommentare?

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Forbes: Nun ja, es gibt eine Menge fanatischer Anhänger des Spiels. Derjenige, der das geschrieben hat, soll mich mal anrufen. Dann diskutieren wir darüber.

sueddeutsche.de: Stört es Sie, dass das Spiel diskutiert wird, obwohl es noch nicht im Handel ist?

Forbes: Wichtig ist, dass der Hype um das Spiel nicht zu früh kommt und vor allem nicht zu stark wird. Sonst sind die Leute hinterher unglaublich enttäuscht. Wir haben zwei Jahre Arbeit mit unzähligen Nachtschichten in Crash of the Titans gesteckt. Bei uns gibt es, wenn es endlich auf den Markt kommt, eine große Party. Und natürlich hoffen wir, dass die Spieler es begeistert aufnehmen.

sueddeutsche.de: In der Techno-Szene gab es neben vielen DJs auch ein paar wenige DJanes. Sehen Sie sich als weibliches Aushängeschild der Gaming-Szene?

Forbes: Nein, eigentlich nicht. In Amerika gibt es viele weibliche Senior Game Producer. Ich sehe mich eher als Aushängeschild dafür, wie man so einen zeitintensiven Job und das Familienleben unter einen Hut bringen kann.

sueddeutsche.de: Wie schaffen Sie das?

Forbes: Die erste wichtige Regel ist, dass ich mir nach einer stressigen Zeit mit viel Arbeit und vielen Nachtschichten einen Monat frei nehme. Dann bin ich nur für meine Familie da. Zweitens nimmt mir mein Mann viel Arbeit zu Hause ab. Und zum Dritten kann ich meine Kinder mit ins Büro nehmen. Sie testen meine Spiele und sagen sofort, was ihnen überhaupt nicht gefällt

Kirsten Forbes arbeitet seit zehn Jahren als Spieleentwicklerin bei Radical Entertainment. Die vergangen zwei Jahre leitete sie die Entwicklung des Jump-and-Run-Spiels Crash of the Titans. Vor ihrem Einstieg bei Radical hat Kirsten Forbes Philosophie und Linguistik studiert und zwei Jahre mit dem Fahrrad Afrika durchquert. Sie lebt mit Mann und zwei Kindern in Vancouver, Kanada.

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